Corona-Pandemie Dresden will mit Massentests Delta-Variante eindämmen

Die Delta-Variante des Coronavirus gilt als gefährlich und hochansteckend und hat die Landeshauptstadt erreicht. Erst kürzlich ist ein junger Mann gestorben. Um die Virusmutation einzudämmen, hat Dresden jetzt Massentests gestartet.

Wohnblock
Die Bewohner eines Hochhauses in der Dresdner Südvorstadt sind angehalten, sich testen zu lassen, um eine weitere Ausbreitung der Virusmutation zu verhindern. Bildrechte: Tino Plunert

Um einer Ausbreitung der Delta-Mutation des Coronavirus zu verhindern, hat die Stadt Dresden am Montag 137 Menschen auf eine Corona-Infektion mit der gefährlichen Delta-Variante getestet. Die variantenspezifischen PCR-Tests wurden mit Unterstützung der Johanniter und der DKMS durchgeführt. "Die ersten Ergebnisse werden Dienstag vorliegen", hieß es.

Bisher sind 13 positive Nachweise in zwei Wohnhäusern bekannt. Die Delta-Variante ist in allen 13 Fällen sehr wahrscheinlich.

Stadt Dresden Mitteilung

Bislang 23 Infektionen mit Delta-Variante in Dresden

Die Infizierten sowie Kontaktpersonen sind den Angaben zufolge in Quarantäne. Eine Sequenzierung der Proben ist beauftragt. "Bis zum heutigen Tag sind dem Gesundheitsamt insgesamt 23 Infektionen mit der Delta-Variante in Dresden bekannt“, erklärte die Stadt.

Infektionen in Hochhaus mit 150 Bewohnern

Die Stadt hatte die 150 Bewohner eines Hochhauses in der Budapester Straße in der Dresdner Südvorstadt bereits Ende vergangener Woche aufgefordert, sich testen zu lassen. In dem Hochhaus hatten sich mehrere Erwachsene und Kinder mit dem Corona-Virus infiziert - vier Personen nachweislich mit der gefährlichen Delta-Variante. "Aufgrund dessen, dass alle drei Familien in einem Haus wohnen, hat das Amt für Gesundheit und Prävention eine Testpflicht für die Hausbewohner angeordnet“, erklärte Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann.

Personen stehen beieinander für einen Corona-Massentest
Die Bewohner einen Wohnauskomplexes in der Dresdner Südvorstadt sind zum Corona-Test aufgefordert. Bildrechte: MDR/Tino Plunert

Umliegende Häuser über Delta-Varianten informiert

Wie die Stadt mitteilte, haben die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes die Einwohner der umliegenden vier Häuserblöcke "über das Infektionsgeschehen" informiert. Sie haben die Möglichkeit, sich mit einem variantenspezifischen PCR-Test in der Corona-Ambulanz des Uniklinikums, im Kulturpalast oder im Alten Schlachthof auf eine Infektion mit der Delta-Variante testen zu lassen.

Quarantäne trotz Impfschutz

Der Stadt zufolge müssen auch die Kontaktpersonen mit Impfschutz in Quarantäne. "Ein Impfschutz hilft gegen die eigene Erkrankung. Jedoch ist auch bei doppelter Impfung die (symptomfreie) Infektion mit der Delta-Variante nicht ausgeschlossen. Deshalb müssen auch Genesene und Geimpfte beim Nachweis dieser besorgniserregenden Variante in Quarantäne", hieß es.

Mehrere Kitas und Schulen betroffen

Weil auch mehrere Kinder unter den positiv Getesteten sind, sind außerdem deren Kontaktpersonen aus einer Kita und fünf Schulen in Quarantäne geschickt worden. Zu den betroffenen Einrichtungen zählen:

  • die Kita Spatzenvilla in der Südvorstadt
  • die 14. Grundschule in der Südvorstadt
  • die 113. Grundschule in der Johannstadt
  • die 120. Grundschule in Prohlis
  • die 35. Oberschule in Löbtau
  • das Bertolt-Brecht-Gymnasium in der Johannstadt

Erste Nachweise der Delta-Variante auch in Landkreisen Leipzig, Bautzen und Görlitz

Die Delta-Variante wurde inzwischen auch in verschiedenen sächsischen Landkreisen nachgewiesen, darunter im Landkreis Leipzig. Eine Person, die aus dem Ausland zurückkam, sei positiv getestet worden, teilte der Landkreis am Sonnabend mit. Ein Test bei der Einreise war dagegen zunächst negativ ausgefallen. Inzwischen seien noch zwei weitere Angehörige des Hausstandes betroffen. Das Gesundheitsamt verfolge akribisch alle Kontakte.

Im Landkreis Görlitz wurde die Delta-Variante ebenfalls bei einer Reiserückkehrerin aus Frankreich festgestellt, wie die Pressestelle des Landkreises mitteilte. Die Betroffene habe sich direkt nach ihrer Rückkehr selbstständig in häusliche Quarantäne begeben. Nicht der erste Fall in der Oberlausitz, wie die Sächsische Zeitung berichtete. Infektionsepidemiologe Roger Hillert bestätigte einen ersten Fall der Delta-Variante im Landkreis Bautzen. "Dieser ist inzwischen auch durch vollständige Sequenzierung bestätigt", so Hillert.

Die erste Delta-Variante des Coronavirus in Sachsen war Anfang Juni in Dresden festgestellt worden. Das Gesundheitsamt hatte daraufhin ein Wohnhaus mit mehr als 200 Bewohnern unter Quarantäne gestellt. Hintergrund war der Tod eines jungen Mannes, der nach seiner Rückkehr aus Indien an Covid-19 erkrankte.

Quelle: MDR/kt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 21. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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