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Haareflechten war eine der Attraktionen beim Maustüröffnertag am Sonntag. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Maustüröffnertag

Kinder entdecken in Dresden den Friseursalon ohne Abfall

von MDR SACHSEN

Stand: 03. Oktober 2021, 17:51 Uhr

Am Sonntag war nicht nur Tag der Deutschen Einheit, sondern ebenfalls Entdeckertag der Sendung mit der Maus. Die berühmte Fernsehmaus öffnete dazu auch in Sachsen Türen, hinter denen sich zukunftsträchtige Ideen und Projekte verbergen. Eine davon war der Friseursalon der Zukunft von Juliette Beke auf dem Weißen Hirsch in Dresden. Sie stellt alle Produkte selbst her und verfüttert Haarreste an Kompostwürmer.

Bereits kurz vor dem Start um 10 Uhr versammeln sich mehrere Familien vor dem Friseursalon von Juliette Beke in Dresden. "Wir gucken die Sendung mit der Maus fast jede Woche und wussten daher auch vom Maustüröffnertag", sagen Heidi und Stefan, die mir ihren sieben und elf Jahre alten Töchtern Paula und Florentine vor Ort sind. An dem Friseur gefällt der Familie laut eigener Aussage, dass es sich bei der Abfallvermeidung um ein Zukunftsthema handelt.

Juliette Beke hat sich gut auf den Tag vorbereitet. Freundlich begrüßt sie die Familien und zeigt zunächst per Beamer einen kurzweiligen Film, der das Konzept des Salons auf eine einfache, auch für Kinder gut verständliche Art vorstellt. Darin wird klar, was "Zero Waste Salon", also ein Friseursalon mit null Abfall, im Alltag konkret bedeutet.

Bilder vom Maustüröffnertag: Beim Friseur ohne Abfall

Im lichtdurchfluteten Friseursalon von Juliette Beke konnten die Kinder insgesamt drei Stationen absolvieren. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Zuvor hatte die Inhaberin einen kurzen Film gezeigt, damit die Kinder wussten, was ein Friseur ohne Müll in der Praxis bedeutet. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Dann ging es aber schon los. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
So mischten die Kinder ihren eigenen "Zauberbalsam" aus natürlichen Zutaten zusammen. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Unter anderem waren Kakaobutter und Kokosöl enthalten. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Das fertige Produkt landete am Ende in einer orangefarbenen Dose. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Ebenfalls auf großes Interesse stieß das Kinderschminken. Dabei kam Naturglitzer aus Eukalyptuszellulose zum Einsatz. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Obwohl die Farbe fürs Gesicht vorgesehen war, wäre es auch nicht schlimm, wenn die Kinder sie aus Versehen verspeisen würden. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Laut Juliette Beke können alle Produkte in ihrem Salon gegessen und getrunken werden. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Ohne jegliche Chemnie kommen auch diese Tattoos aus. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
An Puppenköpfen wurden Flechttechniken wie die Fischgrätentechnik ausprobiert. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Ohne klassische Utensilien wie Bürste oder Spange geht es aber auch beim "Zero-Waste-Friseur" nicht. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Bei 70 Kindern, die im Laufe des Tages vorbeikamen, wurde die Farbe ausgiebig genutzt. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Auch Haarklemmen erfreuten sich durchgehend großer Beliebtheit. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid
Damit sich die Kinder nach getaner "Arbeit" stärken konnten, hatte Juliette Beke einen Tisch mit Essen und Getränken aufgebaut. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Mikroplastik: Vom Abwasser ins Trinkwasser

"Wisst ihr, warum es so wichtig ist, Müll zu vermeiden", fragt Juliette Beke die neun Kinder, die am ersten Durchgang teilnehmen. "Na, um die Umwelt zu schützen", sagt ein Mädchen. Welche Gefahren dabei speziell im Friseursalon lauern, verdeutlicht die Inhaberin an einem Beispiel: "In herkömmlichem Shampoo und Haarfärbemittel ist Mikroplastik enthalten. Das gelangt ins Abwasser und weil es nicht herausgefiltert werden kann, irgendwann wieder ins Trinkwasser."

Sie und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen daher beispielsweise Haarfärbemittel aus Blättern und Erde her. Zudem gebe es keine Verpackungen. Shampoos und andere Dinge würden vielmehr in Glasbehältern aufbewahrt, erklärt Juliette Beke, für die Müllervermeidung ein Herzensthema ist. Seit sieben Jahren lebe sie privat diesen Lebensstil und habe das Konzept auf ihren im März eröffneten Friseursalon übertragen.

Kinder mischen eigenen "Zauberbalsam" zusammen

Nach der kurzen Einführung wird es schnell praktisch. An mehreren Stationen können sich die Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren selbst ausprobieren. So stellen sie unter Anleitung einen aus Kakaobutter, Bienenwachs, Kokosöl und Mandelöl bestehenden "Zauberbalsam" her.

Konzentriert erhitzen sie die Mischung und rühren sie mit einem kleinen Stäbchen immer wieder um. Laut einer Mitarbeiterin kann der Balsam sowohl fürs Gesicht und die Hände als auch als Gel fürs Haar verwendet werden. Da es sich um natürliche Zutaten handelt, können in dem Salon alle Produkte grundsätzlich auch gegessen und getrunken werden.

Ein kleiner Junge mischt unter Anleitung einen sogenannten "Zauberbalsam" zusammen. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Naturglitzer aus Eukalyptuszellulose

Ähnlich anschaulich ist die nächste Station. Dort werden Haare elegant geflochten. Mitarbeiterinnen führen den interessierten Mädchen unter anderem die Fischgrätentechnik vor oder färben einzelne Haarsträhnen mit Haarkreide. Wer auch sein Gesicht verändern will, kann sich gleich nebenan mit bunten Fantasieblumen und Naturglitzer schminken lassen.

Auch an dieser Station gilt wie im gesamten Salon die Devise: Keine Chemie. Stattdessen besteht der Naturglitzer aus Eukalyptuszellulose. Ganz naturbelassen sind auch die Tattoos, die die Kinder in Gestalt von Drachen oder Dinosauriern auf den Arm bekommen, wenn sie das wollen. So wie zu Beginn geht es den gesamten Tag munter weiter. Insgesamt schauen laut Juliette Beke am Sonntag 70 Kinder bei ihr und ihrem Team vorbei.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 03. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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