Homophobe Gewalt Nach tödlichem Angriff auf zwei Homosexuelle: Dresden plant Gedenkort

Im Oktober vergangenen Jahres erschütterte eine Bluttat Dresden. Ein Mann stach mit einem Messer auf ein homosexuelles Paar ein. Mitten in der Innenstadt. An der Stelle, wo ein Mensch sein Leben lassen musste, soll es nun eine Gedenkmöglichkeit geben.

Menschen stehen mit sicherheitsabstand verteilt auf dem altmarkt in Dresden am 1.11.2020.
Im November vergangenen Jahres gedachten Menschen auf dem Dresdner Altmarkt der Opfer homophober Gewalt. Bildrechte: Kathrin König

In Dresden soll ein Erinnerungsort an die Opfer von homophober und transphober Gewalt entstehen. Das hat der Dresdner Stadtrat am Donnerstagabend beschlossen. Geplant ist eine Stelle im Bereich von Schloßstraße und Rosmaringasse. Dort hatte es vor einem Jahr einen Messerangriff auf zwei schwule Männer gegeben. Ein Mann starb, der Lebenspartner überlebt schwer verletzt. Der Täter mit radikal-islamistischer Gesinnung wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Gestaltung des Gedenkortes in Arbeit

Vier Wochen nach dem Mordanschlag am 4. Oktober 2020 hatte eine Mahnwache mit Schweigeminute auf dem Dresdner Altmarkt stattgefunden. Im Zuge dessen verlangte der Verein Christopher Street Day (CSD) eine offene Debatte zum Thema Schwulenfeindlichkeit. Man erwarte zumindest eine Gedenktafel am Tatort, auch eine künstlerische Umsetzung sei denkbar, sagte damals CSD-Vorstandssprecher Ronald Zenker. Es folgten Gespräche mit der Stadtverwaltung. Nachdem der Stadtrat jetzt den Entschluss mitträgt, soll es nun bis März nächsten Jahres einen Gestaltungsvorschlag für den Erinnerungsort geben.

Das bedeutet trans* und Transgeschlechtlichkeit

Geschlecht wird auf unterschiedlichen Ebenen definiert: Der Deutsche Ethikrat beschreibt neben dem biologischen ein psychisches und soziales Geschlecht. Das Wort "trans" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "darüber hinaus" oder "jenseits von". Trans* oder Transgeschlechtlichkeit drückt daher aus, dass manche Personen sich nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Manche lehnen auch ab, dass es lediglich zwei Geschlechter – weiblich und männlich – gibt. Das Sternchen nach dem Wort "trans*" (man spricht: trans-Sternchen) steht dabei für einen Platzhalter – um eine Vielfalt von möglichen Endungen anzudeuten (siehe: Glossar des Beratungsvereins Trans Inter Queer). Wenn man von trans* oder Transgeschlechtlichkeit spricht, schließt das unter anderem Transidentität und Transsexualität (im Sinne des englischen Wortes "Sex" für biologisches Geschlecht) ein. Damit soll die Vielfalt transgeschlechtlicher und anderer nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechenden Geschlechtsidentitäten, Selbstbezeichnungen und Lebensentwürfe abgebildet werden. Darüber hinaus entscheiden sich einige trans* Personen zu einer sogenannten medizinischen Transition. Dies bedeutet, dass sie neben der Identifikation mit dem anderen Geschlecht ebenso eine Geschlechtsangleichung mittels Hormonen und/oder geschlechtsangleichender Operationen vollziehen lassen.

Quelle: MDR/ma/kw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 24. September 2021 | 10:30 Uhr

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