Kinderbetreuung Erste Kitas in Dresden mit eigener Corona-Teststation

Wer sein Kind in Sachsen in die Kita bringen will, braucht einen negativen Corona-Test, um die Einrichtung betreten zu dürfen. In Dresden-Klotzsche lässt die integrative Kindertagesstätte Knirpsenhausen zweimal wöchentlich eine mobile Teststation aufbauen. Dort können sich Eltern montags und mittwochs auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen und mit einem negativen Ergebnis das Gebäude betreten. Vor der Kita Spielkiste in Seidnitz/Dobritz wird es ab Dienstag ein Testzelt geben.

Kita Knirpsenhausen in Dresden mit mobiler Corona-Teststation.
Bei der Kita Knirpsenhausen in Klotzsche gibt es montags und mittwochs ein Corona-Testzelt. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Es ist das reinste Aprilwetter an diesem Montag. Mal schneit, mal hagelt es, dann regnet es wieder Strippen. Vor der Kita Knirpsenhausen in Dresden-Klotzsche schüttelt eine junge Frau im Corona-Vollköperschutz an einem blauen Zelt die durchnässte Plane zurecht. Es handelt sich um ein mobiles Testzentrum der Firma "cor*ictu Praxisdienstleistungen" aus Dresden. Frühmorgens um viertel sechs wurde das Zelt bei Regen und Schnee aufgestellt. "Aber das nimmt man in Kauf, so ist das als mobiles Testteam", sagt Saraphina Homann entspannt.

Morgen bei der nächsten Kita

Am Wochenende hatten sie und ihre Kolleginnen bei schönstem Wetter die Dresdner Zoobesucher getestet. Es sei die Premiere für das mobile Testzentrum gewesen und habe super geklappt, berichtet Homann. Nun stehen sie zum ersten Mal auf dem Gelände einer Kita, damit sich Eltern fürs Holen und Bringen ihrer Kinder auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus testen lassen können. Am Dienstag schlagen die Mitarbeiterinnen ihr Zelt bei der Dresdner Kita Spielkiste im Stadtteil Seidnitz/Dobritz auf.

Die Eltern zu unterstützen, das war das große Ziel gewesen.

Sonja Hänsel Leiterin der Kita Knirpsenhausen

Dass das so geht, hat Kita-Chefin Sonja Hänsel in die Wege geleitet. Gleich an Ostersonntag hat sie mit der Testfirma Kontakt aufgenommen und innerhalb einer Woche alles Nötige organisiert. "Es ging ganz unkompliziert", sagt Hänsel, "am Mittwoch waren sie da, haben sich alles hier angeschaut und heute geht’s hier schon los."

Zweimal kostenfrei testen

Die Leiterin der Kita Knirpsenhausen steht vor der Einrichtung.
Kita-Leiterin Sonja Hänsel möchte, dass die Eltern die Kita betreten und ihre Kinder nicht an der Türschwelle der Einrichtung reinreichen. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Eltern können auf dem Kita-Gelände ab sofort jeden Montagfrüh zwischen 6:45 und 11 Uhr sowie jeden Mittwochnachmittag zwischen 14 und 16:30 Uhr kostenlose Corona-Tests durchführen lassen. Etwa drei Minuten dauern die Formalitäten und der Abstrich in der Nase, dann muss zehn bis 15 Minuten auf das Ergebnis gewartet werden. "Natürlich dauert das immer eine Weile, bis der Test ausgewertet ist. Also die Zeit müssen die Eltern mit einplanen, wenn sie die Kinder bringen", sagt Hänsel. Auch wer von außerhalb komme, Anwohner beispielsweise, könnte das Angebot kostenfrei nutzen, fügt die Kita-Chefin hinzu.

Timing spielt große Rolle

Eine Mutter steht vor einer Dresdner Kita mit mobiler Corona-Teststation.
Wegen der Arbeitszeiten schafft Gunhild Helm nur einen Weg zur Kita. Abholen und Bringen der Kinder wird deshalb gemeinsam mit dem Papa koordiniert. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

In dem Moment tritt eine Mutter nach dem Nasenabstrich wieder aus dem Zelt heraus. "Ich brauche das Testergebnis heute Nachmittag, wenn ich meine Tochter abhole", erklärt sie. Gunhild Helm teilt sich mit ihrem Mann, der in Schichten arbeitet, das Holen und Bringen. "Generell finde ich es klasse, dass sie das hier vor dem Kindergarten anbieten, denn das spart noch mal Zeit und Weg", sagt die Mutter. Gut wäre, wenn man das Ergebnis auch per App erhalten könnte, fügt sie hinzu. "Dann könnte ich jetzt auf Arbeit gehen und irgendwann das Ergebnis im Laufe des Tages abrufen."

Zusätzliches Angebot für Klotzsche

Eine Mutter steht vor der mobilen Corona-Teststation an der Kita Knirpsenhausen in Dresden.
Die Mutter Babette Steffen freut es, dass sie auf dem Kita-Gelände ohne Diskussion zwei kostenlose Corona-Tests in der Woche machen kann. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Auch Babette Steffen freut sich über das Testzelt an der Kita. "Ich finde es eine gute Möglichkeit, die Eltern zu entlasten, um nicht noch zusätzliche Fahrtwege zu generieren", sagt die Mutter. Das beide wöchentlichen Tests nichts kosten, sei zudem finanziell eine Entlastung. In einigen Testzentren sei sie für einen zweiten kostenlosen Test abgewiesen worden. "Wir haben dann ganz bewusst noch mal nachgelesen. Und gesetzlich ist eben gesagt, mindestens einmal in der Woche kostenfrei. An den zweiten oder dritten Test kommt man aber leider nur mit Diskussion ran."

Ich finde es auch gut, dass sich alle anderen Bürger hier in Klotzsche mit testen lassen können und wir so noch eine zusätzliche Anlaufstation haben.

Babette Steffen Mutter

Maske tragen auch bei negativem Ergebnis

Die Kita Knirpsenhausen ist eine Einrichtung in freier Trägerschaft des Musikvereins Paukenschlag. Aktuell werden hier 113 Kinder betreut. 40 von ihnen sind Krippenkinder. Für die Erzieherinnen und Erzieher ist es eine enorme Erleichterung, wenn sie die Jungen und Mädchen nicht an der Türschwelle zum Haus den Eltern aus den Armen nehmen müssen, sondern die Mamas und Papas das Gebäude betreten können. "Die Maske bleibt trotzdem", sagt Kita-Chefin Hänsel. Daran ändere sich erst einmal nichts. "Es sind nur die Erzieher, die ohne Maske sind - und die Kinder natürlich."

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | in den Regionalnachrichten | 12. April 2021 | 15:30 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen