Corona-Pandemie Kretschmer: Großveranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene

Wegen der geringen Impfquote erwartet Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Herbst eine vierte Corona-Infektionswelle. Einen flächendeckenden Lockdown soll es aber nicht wieder geben.

Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer, steht vor einem Gebäude und spricht während eines Interviews.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rechnet mit einer vierten Corona-Welle. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsen wird sich beim anstehenden Bund-Länder-Treffen zur Corona-Krise für mehr Freiheiten für Geimpfte einsetzen. Das hat Ministerpräsident Kretschmer angekündigt. Der CDU-Politiker erklärte, bei zunehmenden Infektionen und steigender Auslastung der Krankenhäuser sollten große Sport- und Kulturveranstaltungen nur von vollständig Geimpften und Genesenen besucht werden können.

Nach aktuellem Stand gilt man nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung sechs Monate lang als genesen. Vollständig geimpft ist man nach Erst- und Zweitimpfung mit den Impfstoffen von Biontech, Moderna oder Astrazenca beziehungsweise nach einer Einmalimpfung mit dem Vakzin von Johnson&Johnson. Zusätzlich müssen 14 Tage nach der letzten Impfung vergangen sein. Inwieweit es bei möglichen Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte Ausnahmen für Erwachsene und Kinder gibt, die sich nicht impfen lassen können, ist unklar.

Kretschmer gegen flächendeckenden Lockdown

Kretschmer geht davon aus, dass bei einer vierten Welle vor allem Nicht-Geimpfte infiziert würden. Der Anstieg der Infektionen könne sich wegen der geringen Impfquote in den kommenden Wochen beschleunigen. Er betonte, einen weiteren flächendeckenden Lockdown dürfe es nicht geben.

Am kommenden Dienstag, 10. August, ist das nächsten Bund-Länder-Treffen in Berlin geplant, bei dem die Ministerpräsidentinnen, -präsidenten und die Bundesregierung über das Vorgehen in der Krisenbewältigung beraten.

Vorbereitungen auf Drittimpfungen

Unterdessen sind in Sachsen die Vorbereitungen für eine dritte Corona-Impfung von Älteren im Herbst gestartet. Dafür werden die Pflegeheime unter anderem gefragt, wie viele Bewohner vollständig geimpft sind, welche Hausärzte zuständig sind und das Impfen übernehmen könnten. Bis Ende September sind die Impfzentren noch in Betrieb sowie 30 mobile Impfteams unterwegs. Für die Zeit ab Oktober arbeitet das Sozialministerium nach eigener Aussage derzeit an einem Konzept. Die mobilen Teams sollen dann weiter eine Rolle spielen. Details dazu seien noch in der Abstimmung.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 06. August 2021 | 14:00 Uhr

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