Einführungsgottesdienst Neuer Pfarrer in der Frauenkirche Dresden

Nachdem der Pfarrer der Dresdner Frauenkirche, Sebastian Feydt, 2020 als Superintendent nach Leipzig wechselte, war die Stelle vakant. Sein Nachfolger, Markus Engelhardt, ist am Sonntag in das Amt eingeführt worden.

Markus Engelhardt steht in der Frauenkirche vor dem Altar.
Pfarrer Markus Engelhardt ist am Sonntag in das Amt als Pfarrer der Dresdner Frauenkirche eingeführt worden. Bildrechte: dpa

Fünf Monate nach seiner Berufung ist der aus Baden-Württemberg stammende Theologe Markus Engelhardt als Pfarrer der Dresdner Frauenkirche eingeführt worden. Der Einführungsgottesdienst am Sonntag fand wegen der Corona-Pandemie in einem begrenzten Rahmen statt, wurde jedoch per Livestream übertragen. Engelhardt wurde vom Dresdner Superintendenten Christian Behr in sein Amt als Frauenkirchenpfarrer eingeführt. Engelhardt besetzt die erste Pfarrstelle in der Gemeinde und ist damit auch einer der Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden. 

Die Mitarbeiter der Frauenkirche und Vertreter des Stiftungsrates versicherten ihm ihrer Mitwirkung, der Dresdner Superintendent Christian Behr segnete ihn. Behr sagte, dass Engelhardt "vom schönen Süden" nahe Frankreich in den "wilden Osten komme, wo Kirche seit Jahrzehnten nicht nur gefühlt eine Minderheit sei". Dem neuen Pfarrer gab er mit auf den Weg, den "starken Anspruch" an diese Kirche "mit einem kleinem Schuss Ehrfurcht und Demut" anzugehen.

Besucher gedenken in der Frauenkirche bei einer Andacht der Pandemie-Opfer in der Corona-Krise.
Der Einführungsgottesdienst in der Dresdner Frauenkirche fand aufgrund der geltenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in einem begrenzten Rahmen statt. Bildrechte: dpa

Engelhardt: Gott bewahrt nicht vor, aber in Katastrophen

In seiner ersten Predigt im neuen Amt sagte Engelhardt: "In einer eng getakteten 24/7-Woche steht das Beten, wenn überhaupt noch, für viele nicht weit oben auf der To-do-Liste." Aber manchmal komme das Bedürfnis danach "ganz von selbst". Es gebe keinen Ort, keine Zeit und keine Worte, die zu unpassend sein könnten, als dass wir Gott nicht suchen, anklopfen, bitten könnten, ihm auf den Leib rücken dürfen, sagte Engelhardt. In Erinnerung an die Not nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verwies er auf die Erfahrung auch "in dieser schwer gebeutelten" Stadt. "Gott bewahrt nicht vor Katastrophen, aber in Katastrophen."

Markus Engelhardt steht im Rahmen eines Gottesdienstes während der Predigt in der Frauenkirche.
Markus Engelhardt bei seiner ersten Predigt in der Dresdner Frauenkirche. Bildrechte: dpa

Markus Engelhardt Der 59-Jährige Pfarrer Markus Engelhardt ist in Heidelberg als ältestes von drei Kindern in einer Theologenfamilie aufgewachsen. Er ist der Sohn des früheren Bischofs der badischen Landeskirche und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Klaus Engelhardt. Markus Engelhardt studierte im schweizerischen Bern, in Erlangen und Tübingen. Seine erste Pfarrstelle hatte er in Konstanz am Bodensee. Von 2007 bis 2021 war er Dekan des Stadtkirchenbezirks Freiburg. Quelle: dpa/epd

Dresdner Frauenkirche: Symbol der Versöhnung

Die im 18. Jahrhundert von George Bähr erbaute Frauenkirche wurde im Februar 1945 zerstört und nach 1990 auch mit Hilfe von Spenden aus aller Welt wiederaufgebaut. Damit ist sie ein Symbol der Versöhnung und der Hoffnung. Die Frauenkirche hat keine eigene Gemeinde. Neben der Friedens- und Versöhnungsarbeit ist die Frauenkirche auch für ihre Konzerte berühmt. Seit Ende 2016 gibt es mit Angelika Behnke erstmals eine Pfarrerin an dem prominenten Gotteshaus.

Quelle: MDR/tfr/dpa/epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 09. Mai 2021 | 12:00 Uhr

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