OB-Wahl Stadt Dresden sucht immer noch 300 Wahlhelfer für zweiten Wahlgang am Sonntag

Die Zeit arbeitet aktuell gegen die Stadtverwaltung Dresden. Sie konnte zwar 4.000 Wahlhelfer für den zweiten Wahlgang der OB-Wahl finden, doch bräuchte noch rund 300 Wahlhelfer.

Mehrere Männer und Frauen zählen Stimmzettel während der Kommunalwahl 2018 in Thüringen in einem Raum des Ratsgymnasiums in Erfurt aus
Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera

Am Sonntag startet der zweite Wahlgang zur OB-Wahl in Dresden - und die Stadt sucht immer noch rund 300 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer. Wie Wahlleiter Markus Blocher MDR SACHSEN sagte, haben zahlreiche bereits angemeldete Helfer aus gesundheitlichen und anderen Gründen plötzlich abgesagt. Rund 200 Helfer werden für den geplanten Einsatz am Wahltag benötigt und etwa 100 als Reserve. "Weil am Wahltag immer noch mal die ein oder andere Absage kommt", erklärte Wahlleiter Blocher. Rund 4.000 Wahlhelfer stünden bereits bereit.

Wir bitten Sie herzlich darum, uns als Wahlhelferin bzw. Wahlhelfer zu unterstützen.

Stadt Dresden Schreiben vom 27.06.2022 an Beschäftigte im öffentlichen Dienst Dresden

Auch Angestellte des Landes als Wahlhelfer im Einsatz

Blocher bestätigte, dass in der vergangene Woche Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Dresden Post von der Stadtverwaltung erhalten haben, in der sie um Mithilfe zur Wahl gebeten wurden. In dem Brief vom 27. Juni 2022 hieß es, dass noch 600 Freiwillige zur Absicherung der Wahl gesucht würden. "Diese Zahl konnten wir inzwischen abschmelzen." Auch, weil neben städtischen Angestellten Bedienstete der Landesregierung gewonnen werden konnten. So wurden nach Informationen von MDR SACHSEN auch Lehrer gezielt angesprochen. "Verdonnert haben wir keinen", so Blocher.

Wahlhelfer gesucht - Online-Bewerbung möglich

Mitmachen kann jeder, der am Wahltag mindestens 18 Jahre alt und deutscher Staatsangehöriger ist oder Angehöriger eines anderen EU-Staates. Außerdem sollten Wahlhelferinnen und Wahlhelfer ihren Hauptwohnsitz seit mindestens drei Monaten in Dresden haben, betonte die Stadtverwaltung. Je nach Einsatzfunktion bekommen Wahlhelfer "Erfrischungsgeld" in Höhe von 35 bis 65 Euro für den Wahltag.

  • Bewerbungen sind hier möglich.

Briefwahlunterlagen "höchstwahrscheinlich Dienstag" im Briefkasten

Doch nicht nur die fehlenden Wahlhelfer waren ein Problem. Mehr als 106.000 Dresdnerinnen und Dresden haben bisher für den zweiten Wahlgang am Sonntag Briefwahlunterlagen beantragt, täglich würden weitere Anträge eingehen. Laut Stadtverwaltung waren die Unterlagen "höchstwahrscheinlich bis Dienstag, 5. Juli 2022, bei den Wahlberechtigten" eingegangen. Wer die Briefwahl neu beantragt habe, müsse aber möglicherweise noch länger warten.

Briefwahl in Dresden - was müssen Wähler wissen?

In Einzelfällen kommt es vor, dass der Postdienstleister Briefwahlunterlagen nicht zustellen kann, weil beispielsweise kein Name am Briefkasten steht oder nach Umzug die neue Adresse ermittelt werden muss.

Wer am Mittwoch, 6. Juli 2022, noch keine Unterlagen erhalten hat, sollte das Bürgertelefon unter 0351-4881120 kontaktieren.

Die Briefwahlunterlagen sollten zeitnah ausgefüllt und zurückgesendet werden. Alle Wahlbriefe, die bis Freitag, 8. Juli 2022, zum regulären Leerungstermin des Postbriefkastens in Dresden eingeworfen sind, werden der Stadtverwaltung bis zum Wahltag übergeben.

Außerdem können Wahlberechtigte den Wahlbrief bis zum Wahlsonntag um 18 Uhr in den Briefkasten der Landeshauptstadt Dresden am Rathaus Dr.-Külz-Ring 19 einwerfen. Es besteht auch die Möglichkeit, mit dem erhaltenen Wahlschein der Briefwahlunterlagen in einem beliebigen Urnenwahllokal zu wählen.

Wer noch keine Unterlagen beantragt hat, aber noch per Briefwahl wählen möchte, sollte die Unterlagen vorzugsweise im Briefwahlbüro (Bürgersaal 100, Theaterstraße 11 - 13, 01067 Dresden) abholen oder dort per Sofortbriefwahl wählen.

Das Briefwahlbüro hat noch diese Woche von Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr und Freitag von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Quelle: Landeshauptstadt Dresden (Mitteilung vom 5. Juli 2022)

Wahlhelfer zählen Stimmzettel aus.
Die OB-Wahl in Dresden stellt die Wahlleitung vor besondere Herausforderungen: Denn noch sind die Briefwahlunterlagen unterwegs zu den Wählenden und außerdem fehlen noch sehr viele Wahlhelfer vor dem entscheidenden Sonntag am 10. Juli. Bildrechte: dpa

Mehr als jeder Fünfte wählt per Brief

Das Briefwahlaufkommen sei dieses Mal "deutlich höher als bei der Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2015". Im ersten Wahlgang hatten 21,5 Prozent aller Wahlberechtigten (97.907 Menschen) per Brief gewählt. Knapp 432.300 Dresdnerinnen und Dresden sind wahlberechtigt.

Als Grund für die knappe Zeitspanne der Unterlagenversendung nannte die Verwaltung, dass die Wahlbewerber ihre Kandidatur für den zweiten Wahlgang bis zum 17. Juni zurückziehen konnten. Erst nach dem Fristablauf konnten die Stimmzettel für den zweiten Wahlgang erstellt und gedruckt werden.

Diese Kandidaten treten bei der OB-Wahl in Dresden noch einmal an

Beim zweiten Wahlgang am 10. Juli treten fünf der ursprünglich neun Kandidaten noch einmal an. Das sind neben Amtsinhaber Dirk Hilbert:

  • Eva Jähnigen
  • Maximilian Krah
  • Jan Pöhnisch
  • Marcus Fuchs

So hat Dresden am 12. Juni gewählt:

MDR (kk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 05. Juli 2022 | 13:30 Uhr

3 Kommentare

Anni22 vor 6 Wochen

@ Thomas Atheist hat Recht. Sie können sogar ohne sich je freiwillig gemeldet zu haben, dazu "berufen" werde. Nur triftige Gründe (bitte selber nachlesen welche das sind), erlauben eine Ablehnung.

THOMAS H vor 6 Wochen

Atheist: "..., jeder der nur einmal als Wahlhelfer tätig war ist laut Gesetz mit Androhung von Strafgeldern dazu verpflichtet bei jeder Wahl tätig zu sein."

Dieses Gesetz möchte ich von Ihnen genannt haben, so daß Sie den Richtlinien entsprechend, Ihre Behauptung beweisen.

Ich selbst bin seit vielen Jahren als Wahlhelfer tätig und habe es nach dem ersten Einsatz nicht erlebt, das ich aufgefordert wurde, dies nun immer zu tun und wenn ich es begründen kann, warum es mal nicht möglich ist, wird das anstandslos akzeptiert.

Atheist vor 6 Wochen

„Wahlhelfer gesucht - Online-Bewerbung möglich„
Kann nicht sein, jeder der nur einmal als Wahlhelfer tätig war ist laut Gesetz mit Androhung von Strafgeldern dazu verpflichtet bei jeder Wahl tätig zu sein.
Ich war nur einmal Wahlhelfer und bekomme immer bitterböse Briefe nun meine „Pflicht „ zu tun.

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