Wohnmarkt Dresdner Mieterverein begrüßt Ombudsstelle von Vonovia

Blick von der Frauenkirche auf die Neubauten des Wohnungsunternehmens Vonovia auf der Hauptstraße in der Dresdner Neustadt.
Blick von der Frauenkirche auf die Neubauten des Wohnungsunternehmens Vonovia auf der Hauptstraße in der Dresdner Neustadt. Bildrechte: dpa

Seit dem 1. Februar ist die neue Ombudsstelle des Dresdner Großvermieters Vonovia geöffnet. Mieter, die Probleme und Streitigkeiten mit dem Unternehmen haben, können sich dort kostenlos hinwenden. Die Stelle ist mit drei unabhängigen Ombudsleuten besetzt, die weder Vonovia noch den Mietern verpflichtet sind und im Streitfall schlichten sollen.

Der Mieterverein "Dresden und Umgebung", der in der Vergangenheit häufig Kritik an Vonovia geübt hat, begrüßt die Entwicklung.

Wenn eine Einrichtung geschaffen wird, die die Kommunikation zwischen Mieter und Vermieter verbessert, können wir das nur unterstützen.

Katrin Kroupová Sprecherin des Mietervereins "Dresden und Umgebung"

Es sei richtig, Miet- oder auch Nachbarschaftsstreitigkeiten zu klären, bevor Anwälte und Gerichte ins Spiel kämen und es teuer werde. "Gerade wenn es darum geht, dass ein Mietverhältnis gekündigt wurde, ist es gut, dass es eine neutrale Instanz gibt, die das direkte Gespräch ermöglicht", so Kroupová.

Verfahren nicht länger als sechs Monate

Die Unterlagen für die Ombudsstelle können per Post oder E-Mail eingereicht werden.

Kontakt Ombudsstelle Ombudsstelle
c/o Vonovia Immobilienservice GmbH
Pfotenhauerstr. 48/48a
01307 Dresden

E-Mail: ombudsstelle.dresden_extern@vonovia.de

Anschließend haben die drei Ombudsleute 14 Tage Zeit, um zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Zunächst prüfen sie die Unterlagen und den Sachverhalt, führen Gespräche oder machen sich vor Ort ein Bild. Danach beraten sie sich, erarbeiten eine Lösung und bitten die Betroffenen um Zustimmung. Ein solches Verfahren soll laut Vonovia nicht länger als ein halbes Jahr dauern. 

Fester Themenkatalog an Streitigkeiten

Der Themenkatalog, der von den Ombudsleuten bearbeitet werden darf, ist genau festgelegt: So soll es um folgende Punkte gehen:

  • Höhe der Miete,
  • Streit mit dem Nachbarn,
  • Kündigung oder Beendigung der Miete,
  • Probleme mit Lärm oder Geruch sowie um Mängel und Schäden in der Wohnung - etwa, weil der Vermieter eine bestimmte Reparatur nicht vornimmt.

Wer die Streitigkeiten zwischen Vonovia und einem Teil ihrer Mieter in Dresden in den vergangenen Jahren mitverfolgt hat, vermisst auf der Liste allerdings ein entscheidendes Thema: die Nebenkosten. Doch daraus wird nichts. Wie der Wohnungskonzern mitteilte, fallen die Betriebskosten nicht unter den Zuständigkeitsbereich der Schlichtungsstelle, da es sich um eine Konzernangelegenheit handelt. Die hat Vonovia ausgeklammert. Gleiches gilt für das Thema Modernisierungen. Auch das ist kein regionales, sondern ein Konzernthema und wird deshalb in der Zentrale in Bochum bearbeitet.

Kroupová: Ansprechpartner vermitteln Vertrauen

Obwohl das so ist, glaubt Katrin Koupová nicht, dass die Einrichtung der Ombudsstelle eine PR-Aktion ist. "Für mich hat das eine andere Qualität, als beispielsweise die Aussage des Vonovia-Vorstandschefs Rolf Buch, dass er älteren Menschen über 70 eine bezahlbare Wohnung zusichern will. Die Ombudsstelle ist etwas Konkretes, wo es feste Ansprechpartner gibt", sagt Kroupová. Übernommen haben diese Aufgabe die Dresdner Mietrechtsanwälte Manuela Wolfram und André Leist sowie die frühere Geschäftsführerin der Sächsischen Dampfschiffahrt, Karin Hildebrand, die nicht nur Diplomökonomin, sondern auch ausgebildete Mediatorin ist.

Vonovia besitzt in Dresden rund 40.000 Wohnungen mit 100.000 Mietern. Die Einrichtung einer Ombudsstelle geht auf eine Stadtratssitzung 2019 zurück, auf der sich Vonovia-Mieter über Betriebskostenabrechnungen sowie die Schließung aller Vonovia-Kundenzentren in Dresden beschwerten.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.02.2021 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

2 Kommentare

part vor 32 Wochen

Die außergerichtliche Einigung in Vertragsangelegenheiten, ist auch immer als die kostengünstigere anzusehen, besonders wo dieser Mietkonzern in Vergangenheit immer weiter in die Schlagzeilen geraten ist. Die Unterhaltung eigener Justiziare und Streitigkeiten vor Gericht könnend da schnell die Dividende schmälern bei höheren Mieten und schlechterer Betreuung der Mieter sowie mangelnder Unterhaltung der Liegenschaften. Das dabei die Betriebskosten ausgeklammert werden aus dem Verfahrensstreit hat Kalkül, denn über die zweite Miete lassen sich die Gewinne erheblich steigern, besonders wenn externe Dienstleister durch konzerneigene ausgelagerte Dienstleister ersetzt werden und somit die Gewinne über Umwege in den Konzern zurückfließen. Dabei sind es aber gerade die Nebenkosten, die stets für erheblichen Streit führen, wie zum Beispiel Berechnungen zum Winterdienst, der nie stattgefunden hat und andere vermeintlich umlegbare Kostenanteile.

harzer vor 32 Wochen

Ich war bei der Deutschen Annington jetzt Vonovia bis 2011 Technischer MA.
Vonovia hat sich unter den neuen Chef Herrn Buch zu einen sehr guten Unternehmen gewandelt! Mieter und Angestellte des Unternehmen sind sehr zufrieden, wie es zu meinen Zeiten bei der Anningtonen war. Da war öfters Ärger mit den Mietern.

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