Großprojekt Zoo Dresden startet mit Neubau des Orang-Utan-Hauses

Orang-Männchen Toni und sein fünfjähriger Sohn Dalai lassen sich die frischen Blätter schmecken. Noch leben die fünf Suamtra-Menschenaffen im Dresdner Zoo sehr beengt. In ihrer Heimat leben sie im indonesischen Regenwald erhöht auf den Baumwipfeln. Im 2023 fertig gestellten Orang-Utan-Haus werden die Tiere ausgiebig klettern und hangeln können.
Am Freitag ist der Startschuss für den Bau des neuen Affenhauses gefallen. Im alten ist es für die Tiere zu eng. Bildrechte: Heike Riedel

Der Dresdner Zoo hat mit dem Bau des lange geplanten modernen Affenhauses begonnen. Das neue Domizil für die Orang-Utans soll nach aktueller Planung bis zum Herbst 2023 fertig sein. Mit 17 Millionen Euro ist es das größte Bauprojekt in der 160-jährigen Geschichte des Tierparks. Zehn Prozent der Kosten sollen über Spenden finanziert werden - mehr als eine halbe Million Euro wurde schon gesammelt - und zwölf Millionen Euro über einen Kredit.

Visualisierung: Dschungelpfad durch Außengehege des Affenhauses
Im Affenhaus sollen die Orang-Utans artgerechter gehalten werden. Bildrechte: MDR/Heinle,Wischer und Partner Freie Architekten

Menschenaffenhaltung seit Langem nicht artgerecht

Dresdens Erster Bürgermeister Detlef Sittel erklärte am Freitag vor Ort, dass mit dem Neubau des Orang-Utan-Hauses natürlich eine Menge Geld ausgegeben werde, aber dieses Projekt eben auch von vielen Dresdnern gewollt sei. Zudem bedeuteten Investitionen in den Zoo auch immer Investitionen in die Region, da zu großen Teilen regional ansässige Firmen als planende und ausführende Firmen in die Bauphase eingebunden werden.

Gegen das Projekt gab es Widerstand im Stadtrat wegen der Millioneninvestition und von der Tierrechtsorganisation Peta wegen der Menschenaffenhaltung, die in Dresden seit über 100 Jahren Tradition hat. Die aktuell drei Weibchen und zwei Männchen zwischen sechs und 53 Jahren leben in einer Halle, die 1985 als Interimslösung für drei, vier Jahre gedacht war. Sie erfüllt allerdings nicht die Ansprüche an eine artgerechte Haltung. Auch angesichts der Zuchterfolge bei den vom Aussterben bedrohten Menschenaffen bestehe längst Handlungsbedarf, sagte Zoodirektor Karl-Heinz Ukena.

Visualisierung Außenansicht des Affenhauses
Das neue Gebäude für die Menschenaffen wird etwa 17 Millionen Euro kosten. Bildrechte: MDR/Heinle,Wischer und Partner Freie Architekten

Naturnahe Haltung angestrebt

Seit dem Umzug der Flamingos in eine moderne Voliere im November 2020 gibt es nun auf dem Gelände den nötigen Platz für das Affenhaus. Ab Mitte August sollen das Baufeld freigemacht und die Wasser- und Stromleitungen gelegt werden. Ende September soll der Erdaushub beginnen. Laut Ukena wird das neue Domizil der Orang-Utans ihrem natürlichem Lebensraum in den Tiefland-Regenwäldern Sumatras und Borneos angepasst. Es soll ein Gehege für Weibchen und deren Nachkommen sowie für allein lebende Männchen geben.

Ein Orang-Utan 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 23. Juli 2021 | 07:30 Uhr

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