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Nach Dynamo-Spiel

Polizei Dresden schaltet Hinweisportal zu Hooligan-Krawallen

von MDR SACHSEN

Stand: 18. Mai 2021, 20:53 Uhr

185 verletzte Polizisten, Dutzende verletzte Dynamo-Anhänger, Festnahmen, Anzeigen, aber auch betroffene Medienvertreter. Das ist ein Teil der Bilanz nach den Ausschreitungen am Rande des Zweitliga-Aufstiegs von Dynamo Dresden am Sonntag. Jetzt will die Polizei Dresden die Abläufe und den Hergang aufklären und bittet um Mithilfe. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sprach sich unterdessen dafür aus, die sportlichen Erfolge und die Krawalle vom Sonntag klar voneinander zu trennen.

Die Dresdner Polizei sucht Hinweise, um aufzuklären, wer welche Verantwortung für die schweren Ausschreitungen am Rande des Dynamo-Spiels am vergangenen Sonntag trägt. Dazu wurde ein Hinweisportal freigeschaltet. Bildrechte: dpa

Die Polizei Dresden hat ein Hinweisportal zu den schweren Ausschreitungen am Rande des Fußballspiels von Dynamo Dresden freigeschaltet. Hier können Bilder und Videos zum Einsatzgeschehen nach dem Spiel des Drittligisten am vergangenen Sonntag hochgeladen werden - auch anonym, wie die Polizeidirektion Dresden mitteilte. Hinweise könnten auch telefonisch gegeben werden unter der Nummer 0351-483-22 33.

Ministerpräsident: Klare Trennung zwischen Dynamo-Erfolg und Kriminellen

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer warb am Dienstag bei einem Besuch auf dem Trainingsgelände von Dynamo dafür, zwischen dem sportlichen Erfolg des künftigen Zweitligisten und den Krawallen gewaltbereiter Fans nach dem Spiel am Sonntag zu unterscheiden. Kretschmer beglückwünschte Dynamo zu einer "tollen Saison". Kretschmer zufolge bleiben auf der anderen Seite aber auch die Bilder vom Sonntag in den Köpfen, als gewaltbereite Fans Polizisten massiv attackierten.

Es brauche eine klare Trennung zwischen sportlicher Leistung und gewaltbereiten Kriminellen. Er habe Menschen gesehen, die hätte keine Ansprache der Welt zur Vernunft bewegen können. "Hier hilft nur der Rechtsstaat mit klaren Regeln", so Kretschmer. Er hoffe, dass möglichst viele der Angreifer eine gerechte Strafe bekommen. Es seien auch Polizisten angegriffen worden, die selbst Fans von Dynamo sind.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bei seinem Besuch auf dem Dynamo-Trainingsgelände. Bildrechte: MDR/Ronny Maiwald

Auch die Vereinsführung von Dynamo Dresden fand am Dienstag deutliche Worte. Der kaufmännische Geschäftsführer, Jürgen Wehlend, sagte zu den Krawallen rund um das Stadion in Dresden:

Wir arbeiten daran, dass wir dem Verein und dieser Stadt, dem ganzen Land eigentlich, eine Reputation wiedergeben, die gerade über Dynamo Dresden zu transportieren ist. Das wird dann durch solche Idioten eben einfach kaputt gemacht.

Jürgen Wehlend | Kaufmännischer Geschäftsführer Dynamo Dresden

Darüber hinaus habe es viele Fans gegeben, die den Aufstieg in die zweite Liga friedlich gefeiert haben. Der Verein werde nun weiter mit Behörden und Ministerien im Austausch bleiben und die Geschehen aufarbeiten, so Wehlend.

185 verletzte Einsatzkräfte

Eine Sonderkommission namens "Hauptallee" mit 42 Beamtinnen und Beamten soll die Krawalle und Hintergründe aufklären. Beim letzten Heimspiel von Dynamo gegen Türkgücü München, bei dem sich Dresden mit 4:0 den Aufstieg in die 2. Bundesliga sicherte, hatten mehr als 500 gewaltbereite Fans Polizisten mit Pyrotechnik angegriffen und Flaschen und Steine gegen Beamte geworfen. Dabei wurden 185 Einsatzkräfte verletzt, bilanzierte die Polizei. 30 der verletzten Polizeibeamten könnten ihren Dienst derzeit nicht ausüben, hieß es am Montag. Von elf Polizisten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, befinden sich demnach noch sechs in Behandlung.

Auch bei Dynamo-Fans gab es zahlreiche Verletzte. Die Polizei nahm vorübergehend 40 Randalierende fest. Journalistinnen und Journalisten berichteten, dass sie von gewaltbereiten Fans angegriffen und angefeindet wurden. Das Ausmaß der Gewalt löste Empörung aus.

Quelle: MDR/kk/ms/dpa

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 18. Mai 2021 | 13:30 Uhr

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