Open Air-Konzert Dresdner Sinfoniker verwandeln Plattenbausiedlung Prohlis in Konzertsaal

Konzertgäste sitzen in auseinanderstehenden Stuhlreihen bei blauem Himmel. Im Hintergrund sind einige hohe Wohnbauten der Siedlung Prohlis in Dresden zu sehen.
Auf dem Dach des Prohliszentrum, in den Wohnungen und am Boden lauschten die Menschen am Sonnabend dem Konzert der Dresdner Sinfoniker. Bildrechte: MDR/Claus Fischer

Die Dresdner Sinfoniker haben am Sonnabend den zentralen Platz im Plattenbauviertel Prohlis im Osten Dresdens in einen Openair-Konzertsaal verwandelt. Mehrere hundert Menschen haben das musikalische Geschehen unter dem Titel "Himmel über Prohlis" von den Fenstern, den Grünflächen des Wohngebietes und den Parkplätzen vor einem Einkaufszentrum aus verfolgt.

Erstaunte und begeisterte Zuschauer

Sechzehn Alphörner, neun Trompeten, vier Tuben und vier DàGu-Trommeln erfüllten teilweise von den Dächern der Hochhäuser aus den Raum über dem Platz mit Klang. Die Alphornisten spielten in etwa 50 Metern Höhe von vier 17-Geschossern aus - fast wie von Berg zu Berg. Einige der Musikerinnen und Musiker auf den Hochhausdächern waren mit Gurten gesichert. Die Menschen am Boden quittierten das Konzert mit Beifall.

Drei Musiker der Dresdner Sinfoniker sitzen beim Soundcheck auf Stühlen. Sie tragen Sicherheitsgurte und zwei von ihnen halten ihr Waldhorn auf dem Schoß.
Drei Mitglieder der Dresdner Sinfoniker warten beim Soundcheck auf ihren Einsatz. Sie tragen Sicherheitsgurte. Bildrechte: MDR/Claus Fischer

Wenn man herumläuft, wird man merken, wie sich der Klang verändert. Der Schall bewegt sich ja 320 Meter in der Sekunde. Wie in den Alpen klingt es von dort und von dort. Wenn man auf einem Berg steht und ruft, dann gibt es Echos. Genau das ist mit der Musik passiert.

Markus Rindt Indendant der Dresdner Sinfoniker

Imposante Musikauswahl aus mehreren Jahrhunderten

Eigens für das Projekt hatte der Komponist Markus Lehmann-Horn das Werk "Himmel über Prohlis" geschrieben. Den Anfang machte allerdings die Eröffnungsfanfare, die 1984 bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles erklang. Räumlich verteilt spielten die Blechbläser die Echochöre des Venezianers Giovanni Gabrieli, die er vor mehr als 400 Jahren für den Markusdom komponiert hatte. Klänge von "Freude schöner Götterfunken" aus Beethovens Neunter Sinfonie beendeten den Abend.

Die 1998 gegründeten Dresdner Sinfoniker setzen sich aus Künstlerinnen und Künstlern der Freien Szene sowie Musikerinnen und Musikern namhafter Orchester aus dem In- und Ausland zusammen.

Quelle: MDR/sm/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.09.2020 | 20:00 - 23:00 Uhr in Aufgefallen - Das Kulturmagazin

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