Fahrzeugkorso Trucker und Busfahrer protestieren in Dresden gegen hohe Spritpreise

Seitdem ein Liter Lkw-Diesel mehr als zwei Euro kostet, stehen Sachsens Transportunternehmen unter enormen Druck. Die Konkurrenz mit osteuropäischen Speditionen macht die wirtschaftliche Situation nicht besser.

Trucks fahren durch Dresden mit Protesttransparenten gegen die hohen Spritpreise.
Mit einem Fahrzeugkorso durch Dresden protestierten Fuhrunternehmer gegen die hohen Spritpreise. Bildrechte: Roland Halkasch

Etwa 100 Fuhrunternehmer aus ganz Sachsen haben am Freitag mit einem Fahrzeugkorso in Dresden auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam gemacht. Den Lkw-Fahrern und Busunternehmern ging es in erster Linie um die hohen Spritpreise. An ihren Fahrzeugen machten die Fahrer mit Transparenten ihrem Ärger Luft und forderten die Regierung zum Handeln auf. Der Korso startete am Nachmittag und rollte durch die Dresdner Altstadt.

Absenkung der Mineralölsteuer gefordert

Der Landesverband des Sächsischen Verkehrsgewerbes (LSV) hatte zu dem Protest aufgerufen. Ein Lkw verbrauche etwa 30 Liter je 100 Kilometer. Bei den gestiegenen Preisen an der Zapfsäule seien das 24 Euro mehr, rechnete der Großenhainer Spediteur und Verbandspräsident, Wieland Richter, vor. "Das ist Wahnsinn." Die Kosten auf die Verbraucher umzulegen, sei äußerst problematisch. "Eine Absenkung der Mineralölsteuer wäre hilfreich", so Richter.

Fahrzeugkorso wegen hoher Spritpreise: Busse fahren durch die Altstadt von Dresden.
Busse fuhren am Freitagnachmittag durch Dresden, um auf die schlechte Situation der Unternehmen aufmerksam zu machen. Bildrechte: xcitepress

Sehr kritisch ist laut LSV zudem die Konkurrenzsituation mit Speditionen aus Osteuropa. Sie zahlten weniger für Kraftstoff, die Fahrer erhielten weniger Lohn und unterlägen einem besonderen Leistungsdruck. Bezahlt würde pro gefahrenen Kilometer, in der Folge würden Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten. Der Verband fordert hier eine stärkere Kontrolle von Lkw-Fahrern, etwa auf der A4, damit der Wettbewerb halbwegs fair bleibe.

MDR (ma)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 18. März 2022 | 13:30 Uhr

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