Protest eskaliert Polizei setzt Pfefferspray bei Nahost-Demo in Dresden ein

Teilnehmer einer pro-palästinensischen Demonstration stehen während einer Kundgebung auf der Prager Straße.
Auf der Prager Straße hatten sich rund 400 Menschen versammelt. Bildrechte: dpa

Wegen der eskalierenden Gewalt in Nahost sind auch in Dresden am Freitag Hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Wie die Polizeidirektion Dresden am Abend mitteilte, hatten sich zu einer genehmigten Demonstration rund 400 Menschen eingefunden. Diese solidarisierten sich mit den Palästinensern und forderten unter anderem ein Stopp der israelischen Siedlungspolitik. Teilnehmer schwenkten auf der Prager Straße unter anderem Palästina-Fahnen. Auf Schildern stand geschrieben: "Freies Palästina".

Eine große Gruppe Menschen steht auf der Straße und schwenkt Fahnen und Schilder
Die Palästinenser begehen jedes Jahr am 15. Mai den Nakba-Tag. Bildrechte: xcitePRESS

Flaschenwerfer ermittelt

Auf Twitter wurden Videosequenzen gepostet: Dabei sind auch mehrere Männer mit Israel-Fahnen zu sehen. Laut Polizei hatten sich 25 Menschen zu der spontanen Pro-Israel-Kundgebung eingefunden. Sie versuchte, ein Aufeinandertreffen beider Gruppen zu verhindern. Dafür setzte sie Pfefferspray ein. Den 25 Pro-Israel-Demonstranten wurden Platzverweise erteilt. Zudem wurde aus der Menge der genehmigten Demonstration ein 22 Jahre alter Syrer ermittelt, der eine Flasche in Richtung der Gegendemonstration geworfen hatte. Er muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Sächsische Sicherheitskräfte beobachten die Lage

Anlass des Protests war neben der eskalierenden Gewalt der Nakba-Tag (deutsch: Katastrophe), mit dem an Flucht und Vertreibung von Hunderttausenden Palästinensern aus dem Gebiet des späteren Israels erinnert wird. Die israelische Unabhängigkeitserklärung erfolgte am 14. Mai 1948; die Palästinenser begehen den Nakba-Tag jedes Jahr am 15. Mai.

Teilnehmer einer pro-palästinensischen Demonstration stehen während einer Kundgebung auf der Prager Straße.
Teilnehmer einer pro-palästinensischen Demonstration stehen während einer Kundgebung auf der Prager Straße. Bildrechte: dpa

Nach mehereren antisemitischen Straftaten, unter anderem in Bonn und Münster, wurden bundesweit die Schutzmaßnahmen von jüdischen Einrichtungen erhöht. Das sächsische Innenministerium teilte auf Anfrage von MDR SACHSEN mit, dass es bislang keine verschärften Sicherheitsvorkehrungen gebe, da sie nach dem Anschlag von Halle ohnehin schon hochgefahren worden seien. Man beobachte aber die Lage. Am Abend meldeten die Dresdner Verkehrsbetriebe einen Polizeieinsatz vor der Synagoge. Ein Polizeisprecher sagte MDR SACHSEN, es gebe Vorsichtsmaßnahmen aufgrund der aktuellen Lage. Warum die Bahnschienen blockiert waren, konnte er nicht sagen.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 14. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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