Prozess Verteidigung fordert nach Messerattacke in Dresden Urteil nach Jugendstrafrecht

Im Dresdner Mordprozess nach dem Angriff auf ein schwules Paar im Oktober 2020 hat die Verteidigung eine Verurteilung des 21-jährigen Angeklagten nach Jugendstrafrecht gefordert. Die Nebenklage forderte lebenslange Haft. Das Urteil wird am Freitag erwartet.

Ein Angeklagter (r) sitzt vor Prozessbeginn neben dem Rechtsanwalt Peter Hollstein im Verhandlungssaal des Oberlandesgerichts (OLG).
Rechtsanwalt Peter Hollstein fordert für seinen Mandanten ein Urteil nach Jugendstrafrecht. Bildrechte: dpa

Im Dresdner Mordprozess nach dem Angriff auf zwei Touristen im Oktober 2020 hat die Verteidigung eine Verurteilung des 21-jährigen Angeklagten nach Jugendstrafrecht gefordert. Er sei drei Jahre in staatlicher Obhut im Gefängnis gewesen, zum Teil in Isolation, sagte Verteidiger Peter Hollstein am Mittwoch in seinem Plädoyer vor dem Dresdner Oberlandesgericht. Es sei fraglich, ob sein Mandant dort zu einem Erwachsenen herangereift sei.

Anwalt: Angeklagter nicht in organisierter Struktur

Rein rechtlich sei er aber für Mord, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung zu bestrafen, so der Anwalt. Die tödliche Messerattacke sei zu bedauern, es sei eine Einzeltat eines Einzeltäters gewesen. Sein Mandant sei nicht Teil einer organisierten Struktur. Das Urteil gegen den jungen Syrer wird für Freitag erwartet.

Bundesanwaltschaft und Nebenklage fordern lebenslange Haftstrafe

Die Bundesanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine lebenslange Freiheitsstrafe für den 21-jährigen Angeklagten mit Sicherungsverwahrung unter Vorbehalt gefordert. Sie hatte auf das radikal-islamistische und homophobe Tatmotiv des damals 20-jährigen Syrers verwiesen. Der Angeklagte habe sich spätestens seit 2016 zunehmend radikalisiert.

Die Nebenklage hat ebenfalls lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert. Zudem beantragte sie, die besondere Schwere der Schuld festzustellen, wie eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Dresden sagte.

Gutachter hält Mann weiter für gefährlich

Der Syrer soll am 4. Oktober 2020 am Abend mitten in der Dresdner Altstadt ein schwules Paar niedergestochen haben. Einer der Männer aus Nordrhein-Westfalen starb kurz nach dem Angriff, sein Lebenspartner wurde schwer verletzt. Der Prozess hatte am 12. April begonnen. Ein Gutachter hatte im Verlauf der bisherigen Verhandlung gesagt, er halte den jungen Mann weiter für gefährlich.

Quelle: MDR/lam/epd/AFP

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