Landgericht Schwerer Kindesmissbrauch: Prozess gegen Kita-Mitarbeiter in Dresden

Ein 28 Jahre alter Mann soll in seiner Zeit als Sozialassistent in einer Dresdner Kita Mädchen dutzendfach missbraucht haben. Laut Staatsanwaltschaft hat er die Taten im Wesentlichen gestanden. Jetzt hat der Strafprozess begonnen.

Landgericht Dresden
Am Dresdner Landgericht hat ein Missbrauchsprozess gegen einen ehemaligen Kita-Mitarbeiter begonnen. Bildrechte: MDR / Christoph Stelzner

Zahlreiche Zuschauer haben am Montag am Dresdner Landgericht den Prozessauftakt gegen einen 28 Jahre alten Erzieher verfolgt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Sozialassistenten vor, zwischen 2018 und 2020 in einer Dresdner Kindertagesstätte sieben Mädchen im Alter von zwei bis drei Jahren dutzendfach sexuell schwer missbraucht zu haben. Es sei seine Aufgabe als pädagogischer Mitarbeiter gewesen, den Mittagsschlaf der Kinder zu überwachen, sie zu wickeln, umzuziehen und bei Toilettengängen zu begleiten, hieß es. Einen Großteil der Taten habe er mit seinem Handy gefilmt. Zudem soll der Angeklagte schon zwischen 2013 und 2015 ein zu Beginn achtjähriges Mädchen aus seiner Nachbarschaft missbraucht haben.

Gericht schloss für Geständnis die Öffentlichkeit aus

Der 28-Jährige sitzt seit Januar in Untersuchungshaft. Der Mann kündigte am Montag ein umfassendes Geständnis an. Die Jugendschutzkammer schloss dafür auf Antrag seiner Verteidigerin die Öffentlichkeit aus. Am Rande des Prozesses wurde bekannt, dass sich die Eltern eines Kindes vor etwa einem Jahr mit dem Missbrauchsverdacht an die Polizei gewandt hatten. Daraufhin wurde der Verdächtige am 20. Oktober 2020 noch in der Kita festgenommen und seine Wohnung durchsucht. Dabei fanden die Beamten neben Hinweisen auf die Missbrauchsfälle in der städtischen Kita auch Tausende Dateien mit Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern, die sich der Angeklagte aus dem Internet beziehungsweise dem Darknet heruntergeladen haben soll.

Ein Mann sitzt auf der Anklagebank und verdeckt sein Gesicht.
Dem Angeklagten wird sexueller Missbrauch an Kleinkindern vorgeworfen. Bildrechte: Tino Plunert

Solche Taten sind nicht nachvollziehbar.

Sabine Bibas Leiterin des Dresdner Kita-Eigenbetriebes

Dieser Fall habe laut Bibas nicht nur die Mitarbeiter der Dresdner Kita erschüttert, sondern auch das Vertrauen gegenüber den Eltern zerstört. Der Erzieher sei sofort entlassen worden. Die Eltern von fünf Mädchen nehmen als Nebenkläger an dem Verfahren teil.

Der Angeklagte ist in Sachsen-Anhalt geboren und lebt schon lange in Dresden. Für den Prozess sind insgesamt sechs Verhandlungstage bis zum 11. November terminiert.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 11. Oktober 2021 | 08:00 Uhr

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