Justiz Anklage fordert Haftstrafen für Dresdner Stadtfest-Angreifer

Fünf Jahre nach den Angriffen auf Flüchtlinge beim Stadtfest in Dresden geht der Prozess gegen zwei mutmaßliche Täter in die Schlussphase. Die Anklage fordert mehrjährige Gefängnisstrafen. Am 23. Juli soll das Urteil fallen.

Geballte Fäuste
Die mutmaßlichen Stadtfest-Angreifer von Dresden sollen ins Gefängnis. Bildrechte: imago images / vmd-images

Im Prozess um Angriffe auf Flüchtlinge beim Dresdner Stadtfest vor fünf Jahren hat die Anklage mehrjährige Freiheitsstrafen gefordert. Vor dem Landgericht Dresden sind ein 31- und ein 34-Jähriger wegen gefährlicher Körperverletzung und besonders schweren Landfriedensbruchs angeklagt.

Angreifer gingen brutal auf Flüchtlinge los

Mehrere tausend Menschen feiern das Dresdner Stadtfest auf dem Theaterplatz.
Beim Dresdner Stadtfest 2016 wurden neun Menschen bei Angriffen schwer verletzt. Bildrechte: Michael Schmidt / CANALETTO – Das Dresdner Stadtfest

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihnen vor, in der Nacht zum 21. August 2016 gezielt Jagd auf Ausländer gemacht zu haben. Der 34-Jährige gilt als Anführer einer rechtsextremen Bürgerwehr. In einer Gruppe von rund 40 Männern sollen sie Menschen aus Afghanistan, Irak und Iran attackiert und dabei ausländerfeindliche Parolen gerufen haben. Der 31-Jährige soll in vollem Lauf einem Mann ins Gesicht getreten und ihn lebensgefährlich verletzt haben. Insgesamt wurden neun Flüchtlinge schwer verletzt.

Haftstrafen gefordert

Die Anklage forderte in ihrem Schlussplädoyer für den jüngeren Beschuldigten eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren. Der Mann ist bereits mehrfach vorbestraft und verbüßt bereits eine Haftstrafe wegen eines Angriff bei einer Demonstration in Thüringen. Für den Älteren forderte die Anklage drei Jahre und drei Monate Haft. Er ist derzeit auf freiem Fuß.

Die Verteidiger plädierten auf Freispruch. Zur Begründung hieß es, in rund 50 Verhandlungstagen sei es nicht gelungen, ihren Mandanten die Tat zweifelsfrei nachzuweisen. Der Prozess hatte im September 2019 begonnen. Das Urteil soll am 23. Juli verkündet werden.

Quelle: MDR/dpa/ges

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