Pop-up-Radweg Radfahrer bekommen Autospur auf Carolabrücke

Mehr Komfort und Sicherheit für Radfahrer will ein Verein in Dresden erreichen. Auf seine Initiative hin wird jetzt zwei Tage lang die Fahrbahn auf einer Elbebrücke nur Radfahrern vorbehalten.

Neue Synagoge Dresden
Am 2. und 3. Mai gelangen Radfahrer bequemer über die Carolabrücke - auf einer eigenen Fahrspur. Bildrechte: imago images/Ullrich Gnoth

An und auf der Dresdner Carolabrücke müssen Autofahrende am Montag und Dienstag mit längeren Wartezeiten rechnen. Der Grund: Die rechte Fahrspur der Brücke in Richtung Altstadt ist von 7 bis 20 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Die Spur kann in dieser Zeit nur mit Fahrrädern benutzt werden. Die Aktion hat der Verein "Verkehrswende Dresden" initiiert. Er will erreichen, dass auf der Brücke eine gesonderte Fahrradspur eingerichtet wird.

Radfahrer müssen Gleise zweimal queren

Bemängelt wird, dass bisher Radfahrende zweimal Straßenbahngleise kreuzen müssen, um über die Brücke zu kommen. Das ist einmal vor der Brücke der Fall und später wird die Carolabrücke zusammen mit den Fußgängern überquert, wie Vereinssprecherin Johanna Frühbeis beschreibt. "Das bedeutet eine Sturzgefahr, besonders wenn es nass ist", so Frühbeis. Außerdem bestehe immer das Risiko mit Fußgängern zu kollidieren.

Mann fährt Rad mit Kopfhörern im Ohr
Der Verein "Verkehrswende Dresden" fordert eine gesonderte Radspur für die Carolabrücke. Bildrechte: imago images/ PA Images

ADFC kritisiert Stadt für Wegfall einer Rechtsabbiegespur

Der Geschäftsführer des Allgemeinden Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Dresden, Edwin Seifert, findet das Projekt begrüßenswert, bedauert aber den Wegfall einer Rechtsabbiegespur für Autos und kritisiert die Stadt für diese Entscheidung. "Warum wird das Rechtsabbiegen von Westen, also aus der Köpckestraße auf die Brücke gesperrt, die meistbefahrende Fahrrelation auf dem Carolaplatz mit etwa 12.800 Kraftfahrzeugen pro Tag", fragt Seifert. Das erzeuge "Ärger und sinnlos Stau - Stau der dann schnell dem Pop-Up-Radweg zugeschrieben wird". Doch dieser habe damit gar nichts zu tun, so Seifert.

Stadtverwaltung: Veranstalter hat Sperrung beantragt

Die Stadtverwaltung weist die Kritik zurück. Die Initiative "Verkehrswende Dresden" habe für den als Versammlung deklarierten Pop-Up-Radweg "die Rechtsabbiegerspur als Versammlungsfläche begehrt - mit der Begründung, das Abbiegen auf die Versammlungsfläche zu verhindern". Man habe den Veranstalter "mehrfach über die daraus resultierenden Verkehrsbeeinträchtigungen hingewiesen - auch mit der Bitte, die Versammlungszeit auf lediglich einen Tag zu verkürzen". Dies sei abgelehnt worden. Inzwischen habe die "Verkehrwende Dresden" eingeräumt, dass durch interne Kommunikationsprobleme die Sperrung der Fahrspur mit beantragt worden sei, hieß es aus dem Rathaus.

MDR (ma,ms/lam)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichen | 02. Mai 2022 | 07:30 Uhr

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