Regionalverkehr Überfüllte Busse: Schienenersatzverkehr von Dresden nach Radeberg sorgt für Ärger

Weil die Deutsche Bahn den sogenannten Heidetunnel, einen Fußweg zwischen Dresden-Klotzsche und der Dresdner Heide verfüllt, ist die darüber gelegene Bahnstrecke nach Radeberg seit vergangenem Wochenende aus Sicherheitsgründen dicht. Die Länderbahn hat einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Doch der sorgt für Unmut. Fahrgäste beschweren sich über überfüllte und unpünktliche Busse.

An einer Haltestelle stehen viele Menschen dicht gedrängt
Dicht an dicht stehen die Fahrgäste an der Bushaltestelle in Dresden-Klotzsche. Teilweise warten Hunderte Menschen gleichzeitig. Bildrechte: MDR/Lukas Meister

Seit dem vergangenen Wochenende wird auf der Bahnstrecke von Dresden nach Radeberg gebaut. Der Zugverkehr ist deshalb ab Dresden-Klotzsche nicht mehr möglich. Um die Verbindung dennoch zu gewährleisten, hat die Länderbahn die Fahrpläne angepasst. Vom Dresdner Hauptbahnhof verkehren Züge zunächst im 10-Minuten-Takt nach Klotzsche. Von dort aus fahren halbstündlich zwei Busse nach Radeberg. Ganz reibungslos klappt das aber nicht: In den Spitzenzeiten am Nachmittag warten oft mehrere hundert Menschen an der Haltestelle. Die Fahrgäste klagen über verpasste Anschlüsse und überfüllte Busse.

Letzens waren bestimmt 50 Leute in einem Bus. Es war eng und voll.

Pendlerin im Schienenersatzverkehr nach Radeberg

Fahrgäste blicken durch die geöfneten Türen eines überfüllten Buses heraus
Sprichwörtlich wie die Sardinen aneinandergedrängt verbringen die Passagiere ihre Fahrt in diesem Bus des Schienenersatzverkehrs. Bildrechte: MDR/Lukas Meister

Fahrgäste klagen über unpünktliche Busse

 "Oft kann man den Anschlusszug in Radeberg nicht erreichen, weil der Bus Verspätung hat. Es ist schon stressig", sagt eine junge Frau. Ähnliche Erfahrungen hat auch eine andere Pendlerin gemacht: "Letzens waren bestimmt 50 Leute in einem Bus. Es war eng und voll", berichtet sie. Dabei habe sie noch Glück gehabt, weil der Bus diesmal pünktlich fuhr. "Aber es war immer eine knappe Kiste." Ein älterer Herr meint dazu fast schon resignierend: "Wenn man darauf angewiesen ist, kommt man anders ja nicht weg. Also lassen wir es über uns ergehen." 

Länderbahn will keine Verbesserungen vornehmen

Trotz der Probleme können die Fahrgäste bis zum Ende der Bauarbeiten am 25. August nicht auf Verbesserungen hoffen. Das macht Robert Aschenbrenner vom Qualitätsmanagement der Länderbahn im Gespräch mit MDR SACHSEN deutlich: "Jede Maßnahme, die wir jetzt ergreifen, ist nicht innerhalb einer Stunde umsetzbar. Die Frage ist daher, ob eine Änderung, beispielsweise beim Fahrplan oder der Route des Schienenersatzverkehrs, noch wirkt." Die Ressourcen hinsichtlich der Fahrzeuge und des Personals seien bei den Busunternehmen erschöpft.

Grundsätzlich sind die Sommerferien ein guter Zeitraum für solche Maßnahmen. Durch das 9-Euro-Ticket ist es jedoch aktuell eine große Herausforderung.

Robert Aschenbrenner Qualitätsmanager bei der Länderbahn

Für weitere Baumaßnahmen in der Zukunft werde man schauen, ob man den Takt und den Fahrplan anders gestalten könne. "Grundsätzlich sind die Sommerferien aber ein guter Zeitraum für solche Maßnahmen. Durch das 9-Euro-Ticket ist es jedoch aktuell eine große Herausforderung", sagt Aschenbrenner.

Mitarbeitende der Länderbahn informieren Fährgäste vor Ort

Die Pressesprecherin der Länderbahn, Katharina Hagen, verweist auf die Bemühungen ihres Unternehmens, die Situation erträglich zu gestalten: "Wir haben sogenannte Reisenden-Lenker abgestellt. Die arbeiten sonst als Zugbegleiter. Jetzt stehen sie mit an den Bahnsteigen und sind in dem Moment, wo die Zustiegs- und Ausstiegsmöglichkeiten erfragt werden, sofort da." Dies sei wichtig, weil in der Hektik bei vielen Leuten vielleicht doch mal etwas übersehen werde.

MDR (sth/Lukas Meister)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 19. August 2022 | 16:30 Uhr

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