Trauer Förderer der Dresdner Frauenkirche Heinrich Magirius gestorben

Bis zuletzt engagierte er sich für die Baukultur und war auch offen für moderne Architektur. Am Sonntag starb Heinrich Magirius im Alter von 87 Jahren. Ohne ihn wäre die Frauenkirche in Sachsens Landeshauptstadt wohl noch eine Ruine und Dresden um ein Kulturgut ärmer.

Heinrich Magirius, Frauenkirche Dresden
Heinrich Magirius starb am Sonntag im Alter von 87 Jahren. Der frühere sächsische Landeskonservator hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Frauenkirche in Dresden wieder aufgebaut wurde. Bildrechte: MDR/Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V./dpa

Der Förderer der Dresdner Frauenkirche, Heinrich Magirius, ist tot. Der Kunsthistoriker und Denkmalpfleger ist am Sonntag im Alter von 87 Jahren in Radebeul bei Dresden gestorben, teilte die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden und die Stiftung Frauenkirche Dresden am Mittwoch mit. Magirius war Gründungsmitglied der Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche, aus der die Fördergesellschaft hervorging.

Der frühere sächsische Landeskonservator habe maßgeblich zum Wiederaufbau der Frauenkirche beigetragen, erklärte der Geschäftsführer der Fördergesellschaft, Hans-Joachim Jäger. "Wir sind außerordentlich dankbar für die mehr als drei Jahrzehnte fruchtbarer Zusammenarbeit", sagte er.

Prägend für sächsische Kulturlandschaft

Staatsminister Thomas Schmidt würdigte Heinrich Magirius als prägend für die sächsische Kulturlandschaft. "Sein großes Wirken und unermüdliches Schaffen wird uns in Erinnerung bleiben und beispielhaft sein", sagte Schmidt.

Auch Landeskonservator Alf Furkert ehrte den Verstorbenen. Mit ihm verliere die sächsische Denkmalpflege eine Persönlichkeit. Über mehr als vier Jahrzehnte habe Magirius nicht nur die Denkmallandschaft, sondern auch das Denkmalbewusstsein zahlreicher Menschen nachhaltig geprägt, so Furkert.

Engagement für Baukultur

Der 1934 in Dresden geborene Magirius war Vorstandsmitglied der Fördergesellschaft und der Stiftung Frauenkirche Dresden. Er prägte das Jahrbuch der Dresdner Frauenkirche entscheidend. Magirius studierte ab 1952 Kunstgeschichte, Klassische und Christliche Archäologie in Greifswald und Leipzig. Über vier Jahrzehnte lang stand er im Dienst der sächsischen Denkmalpflege. Seit 1991 war Magirius Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Leipzig. Als Landeskonservator im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen war er von 1994 bis 1999 tätig. Zudem war er Mitbegründer der Sächsische Akademie der Künste.

Begeisterung für moderne Architektur

Bis zuletzt engagierte sich Heinrich Magirius für die Baukultur und zeigte eine außerordentliche Offenheit für moderne Architektur. Mit seiner Mitgliedschaft im Landesverein Sächsischer Heimatschutz setzte er sein Wissen in den Redaktionen der Mitteilungen des Vereins und des Kalenders Sächsische Heimat ein. Außerdem war er auch als Ehrenmitglied des Sächsischen Denkmalrates, im Kuratorium der Gesellschaft Historischer Neumarkt, im "verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul" sowie in den Jurysitzungen für den Radebeuler Bauherrenpreis aktiv. Mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde er 1995 ausgezeichnet. 2004 erhielt er den Sächsischen Verdienstorden.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 15. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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