Nach tödlichem Unfall Angeklagte im Dresdner Raser-Prozess zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt

Im August letzten Jahres kam es in Dresden zu einem schweren Autounfall, bei dem ein sechsjähriger Junge getötet wurden. Die beiden Tatverdächtigen mussten sich dafür am Landgericht wegen eines illegalen Autorennens mit Todesfolge verantworten. Am Montagabend fiel das Urteil.

ein Mann mit schwarzer Kleidung sitzt auf einem Stuhl und zeigt den Fotografen nur seinen Rücken. Von hinten sieht man, wie er sich mit einem Aktenordner das Gesicht bedeckt. Der Mann ist der Hauptangeklagte im Prozess um ein illegales Autorennen in Dresden. Er soll ein Kind totgefahren haben. Prozessaftakt war am 10.2.2021.
Einer der Angeklagten beim Prozessauftakt am Landgericht in Dresden. (Archivbild) Bildrechte: xcitepress

Im Prozess um ein illegales Autorennen mit tödlichem Ausgang ist am Montagabend am Dresdner Landgericht das Urteil gefallen. Der 32 Jahre alte Unfallfahrer wurde zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Der 24 Jahre alte Fahrer des zweiten Wagens erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe. Die Strafkammer habe "nicht den leisesten Zweifel" daran, dass die beiden Männer im August vergangenen Jahres mit überhöhter Geschwindigkeit Richtung Dresdner Innenstadt rasten und dabei einen sechsjährigen Jungen tödlich verletzten, hieß es in der Urteilsbegründung.

Angeklagter übernimmt Verantwortung

Die Fahrt "war der größte Fehler in meinem Leben", sagte der 24 Jahre alte Angeklagte am Vormittag. Er übernehme dafür "die volle Verantwortung". Es sei aber kein verabredetes Wettrennen gewesen, erklärte er. Er habe die Leistung des Autos testen wollen, sich dann an der Ampel vom Fahrer des anderen Wagens provoziert gefühlt, es ihm zeigen und "unter allen Umständen" dranbleiben wollen. Auch der Unfallfahrer bestritt eine Verabredung. Sie hätten sich kein Rennen geliefert, ließ der 32-Jährige seinen Verteidiger erklären.

Jungen auf dem Heimweg getötet

Die beiden Beschuldigten sollen im August letzten Jahres mit überhöhter Geschwindigkeit Richtung Innenstadt gerast sein. Einer der Wagen erfasste dabei einen Jungen, der die mehrspurige Straße auf dem Heimweg überquerte. Der Sechsjährige wurde gut 20 Meter durch die Luft gegen die Scheibe eines Wartehäuschens geschleudert, schwer verletzt und starb.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 14. Juni 2021 | 14:30 Uhr

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