Betrugsvorwürfe Razzien nach Betrug mit Corona-Hilfen in Dresden und Görlitz

Großeinsatz der Polizei am Dienstag in Dresden und Görlitz: Bei umfangreichen Razzien waren die Beamten unter anderem Subventionsbetrug im Baugewerbe auf der Spur. Acht Objekte in Dresden wurden durchsucht und auch je ein Gebäude in Görlitz und Lünen. Die Polizei fand viele Beweismittel. Der Hauptbeschuldigte sitzt jetzt in Haft. Ihm wird Subventionsbetrug im hohen sechsstelligen Bereich vorgeworfen.

Ein Polizeiwagen mit eingeschalteten Blauchlicht
In Dresden hat es am Mittwoch eine Razzia unter anderem wegen Subventionsbetrugs im Baugewerbe gegeben. Acht Objekte in der Landeshauptstadt wurden durchsucht. Bildrechte: dpa

Bei einer Razzia wegen Scheinselbstständigkeit im Baugewerbe und Subventionsbetrugs mit Coronahilfen in Dresden haben Ermittler am Dienstag einen Verdächtigen festgenommen. Der 56 Jahre alte Geschäftsführer zweier Dresdner Firmen zur Vermittlung von Bauleistungen gilt als Hauptverdächtiger. Gegen ihn und fünf weitere Beschuldigte wird wegen Verdachts des bandenmäßigen Subventionsbetrugs in mehr als 20 Fällen ermittelt.

778.000 Euro erschlichen

Der Hauptbeschuldigte soll bei den Behörden rumänische Arbeitnehmer bewusst falsch als Selbstständige angegeben und ihnen unter Drohungen ihre EC-Karten samt PIN abgenommen haben. Im Namen der Rumänen soll er dann zu Unrecht Corona-Subventionen bei der Sächsischen Aufbaubank und der Landeshauptstadt beantragt haben. Laut Ermittlern wollte er sich knapp 778.000 Euro Subventionsgelder erschleichen. 620.000 Euro soll er davon tatsächlich auch kassiert haben. Die weiteren fünf Beschuldigten sollen bei dem Betrug geholfen haben.

Beweismaterial gesichert

Bei der Razzia beschlagnahmten die Ermittler unter anderem 50.000 Euro Bargeld, drei Autos und Wertsachen in Höhe von rund 100.000 Euro. Gegen den deutschen Hauptbeschuldigten wurde Haftbefehl erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft. An der Razzia waren 70 Polizistinnen und Polizisten beteiligt. Bei den Ermittlungen gegen die Hauptbeschuldigten wurden acht Wohnungen und Büros in Dresden, je ein Objekt in Görlitz und Lünen im Land Nordrhein-Westfalen durchsucht.

Quelle: MDR/bb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 24. November 2021 | 15:00 Uhr