Dresdner Zwinger Zwingerbauhütte feiert 30. Jubiläum

Reich geschmückte Fassaden, detailreiche Sandsteinskulpturen, barocke Brunnen: Die Dresdner Zwingerbauhütte kümmert sich um den Erhalt eines rund 300 Jahre alten Bauwerkes. Nun feiert sie selbst ihren 30. Geburtstag und präsentiert eine Open-Air-Ausstellung im weltberühmten Zwinger.

Ralf Schmidt von der Zwingerbauhütte mit Skulptur vor dem Wallpavillon.
Ralf Schmidt von der Zwingerbauhütte mit Skulptur vor dem Wallpavillon. Bildrechte: imago/Sven Ellger

"Der Zwinger ist eine ewige Baustelle, es gibt immer etwas zu tun", sagt Uwe Beger, der die Zwingerbauhütte leitet, die nun seit genau 30 Jahren besteht. Elf Restauratoren, Bildhauer und Steinmetze der Hütte kümmeren sich um den Architekturschmuck an den sechs Pavillons und Galerien. Auch die Terrassen und fast 700 Skulpturen, die überwiegend frei auf Balustraden, Attika, in Nischen und auf Konsolen stehen, gehören zu ihren Aufgaben.

Zehn Prozent sind originale Bausubstanz

Sie halten zudem Brunnen und Wasserspiele instand, beugen Schäden und Verlusten vor. "Die Probleme sind dieselben wie vor 30 Jahren: Umweltverschmutzung, Staub und die Besucher, die die Flächen begehen und Verschleiß erzeugen", erklärt Zwingerbaumeister Beger.

Etwa 70 bis 80 Prozent der Figuren, Putten und Vasen haben schon eine Schutzbeschichtung. Dazu wird seit Jahren experimentiert mit dem Ziel einer langfristigen Konservierung.

Detailaufnahme vom Kronentor des Zwingers
Der am Zwinger verbaute Elbsandstein ist sensibles Baumaterial und muss regelmäßig saniert werden. Bildrechte: MDR/Heinrich

Heute seien nur noch etwa zehn Prozent des Zwingers originale Bausubstanz, sagte der Niederlassungsleiter des sächsischen Immobilien- und Baumanagements, Ulf Nickol. Pavillons, Treppen, Fassaden und Terrassen - alles wurde schon mehrfach saniert. Denn der Elbsandstein sei ein sensibles Material.

Kostspielige Dauersanierung

Seit 1991 sind laut Finanzministerium deshalb auch schon rund 81,4 Millionen Euro in die Sanierung des Zwingers geflossen. Zusammen mit den Kosten für die Sempergalerie seien es insgesamt rund 114,4 Millionen Euro gewesen.

Das Galeriegebäude war im 19. Jahrhundert nach Plänen von Gottfried Semper (1808-1879) an das Zwingerensemble angebaut worden. Es beherbergt die Gemäldesammlung Alte Meister und Teile der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD).

Hartmut Vorjohann
Hartmut Vorjohann Bildrechte: dpa

Ohne die kontinuierliche Arbeit der Hütte wäre der Zwinger nicht dieses Schmuckstück, das jedes Jahr tausende Touristen aus aller Welt anlockt.

Hartmut Vorjohann (CDU) Finanzminister Sachsen

Jubiläums-Ausstellung über Hütte und Unesco-Anerkennung

Zu ihrem 30-jährigen Bestehen kümmert sich die Hütte aber ausnahmsweise mal nicht nur um den Zwinger, sondern präsentiert sich auch selbst. In einer Open-Air-Ausstellung im Zwinger wird über ihre wechselhafte Geschichte sowie über ihre Aufnahme in das immaterielle Unesco-Weltkulturerbe informiert.

Der Zwinger in Dresden um 1945. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Zwinger war das erste Bauwerk, dass nach der Bombardierung wieder aufgebaut wurde. Noch 1945 begannen die Rekonstruktionsarbeiten - in den Innenräumen dauern sie bis heute.

Do 29.01.2015 14:27Uhr 01:26 min

https://www.mdr.de/zeitreise-regio/staedte/dresden/video249054.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Die Unesco-Anerkennung des Bauhüttenwesens als immaterielles Erbe wurde im Dezember 2020 für insgesamt 18 Bauhütten in fünf europäischen Ländern ausgesprochen. Darunter sind auch die Bauhütten des Kölner und des Regensburger Doms sowie des Stephandoms in Wien und des Straßburger Münsters. Die Anerkennung der Zwingerbauhütte ist dabei die einzige für ein weltliches Bauwerk.

Quelle: MDR, epd, dpa, tt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN – Das Sachsenradio | 18. Juni 2021 | 20:00 Uhr

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