Auszeichnungen 83 Medaillen für Wein und Sekt bei sächsischer Gebietsweinprämierung

In Sachsen haben bei der Gebietsweinprämierung 83 von 95 Weinen und Sektsorten eine Medaille erhalten. Ingesamt haben zwölf Erzeuger eine Auswahl ihrer Produkte vorgestellt. Für viele Winzer sind die Auszeichnungen ein Marketinginstrument, andere machen bei der Prämierung aber gar nicht mit.

Halb volles Glas mit Wein
Fachleute haben sächsische Weine bewertet und 83 mit Medaillen geehrt. Bildrechte: Colourbox.de

Sachsens Weinbauverband hat mit der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in diesem Jahr 83 Weine und Sekte aus dem Anbaugebiet mit Medaillen prämiert. Den Angaben zufolge hatten sich zwölf Weingüter mit insgesamt 95 Weinen und Sekten an der Gebietsweinprämierung beteiligt. Eine Jury aus Weinexperten der Region - darunter Vertretern der Weingüter - sowie externen Fachleuten hat die eingereichten Tropfen verkostet und bewertet.

Die insgesamt 15 Goldmedaillen gingen an die Weingüter Hanke (aus Jessen an der Elster, was weinrechtlich zum Anbaugebiet Sachsen gehört), Aust, Hoflößnitz, Schloss Proschwitz, Schloss Wackerbarth, das Gut Pesterwitz und die Winzergenossenschaft Meißen.

Ehrenpreise für zwei Weine und einen Sekt

Zudem wurden drei Ehrenpreise vergeben: Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth konnte die Verkoster mit einem 2018er-Jahrgangssekt der Rebsorte Riesling beeindrucken. Den besten trockenen Weißwein stellte das Radebeuler Stadtweingut Hoflößnitz mit einem Cabernet Blanc aus der Lage Johannisberg vor. Schließlich überzeugte noch eine süße Solaris-Auslese vom Gut Pesterwitz.

Gemeinsame Sache mit ausgebildeten Winzern

Pesterwitz-Chef Lars Folde sagte, der Ehrenpreis und die zwei Goldmedaillen für Bacchus und Müller-Thurgau seien ein Beweis für erfolgreiche Arbeit. Das Gut Pesterwitz ist ein Obstbau-Betrieb, Erlebnishof und Erzeuger von Keltertrauben. Die Weine lässt das Unternehmen von Winzern im Elbtal ausbauen. Folde verwies in diesem Zusammenhang auf die gemeinschaftliche Leistung seiner Mitarbeiter und Partner, die in enger Abstimmung die Weine aus den angelieferten Keltertrauben vergären und für den Verkauf fertig machten. Im konkreten Fall des Ehrenpreises ist dies das Weingut Drei Herren in Radebeul, bei den Goldmedaillen das Weingut Schuh in Sörnewitz. Beide Weingüter hatten übrigens - wie viele weitere renommierte Winzer - keine eigenen Weine zur Landesweinprämierung eingereicht. Einige von ihnen nehmen nur auf überregionalen Weinwettbewerben - etwa von gedruckten Weinführern - teil, andere verzichten ganz darauf.

Pesterwitz-Chef Folde sagte, die auf die Flaschen geklebten Gold-Medaillen seien auch fürs Marketing von Vorteil - beispielsweise bei Kunden, die sich nur wenig mit Weinen auskennen und sich an Auszeichnungen orientierten. Auch die Gastronomie könne auf den Menükarten mit prämierten Weinen werben.

Ein Mann mit Brille lehnt an einer Steinmauer.
Obst- und Weinbauer Lars Folde freut sich über ausgezeichnete Weine, die Winzer aus seinen Keltertrauben hergestellt haben. Bildrechte: MDR/Lukas Meister

Zwei Medaillen für "8 Zeilen"

Zum erste Mal dabei war das noch junge Unternehmen "8 Zeilen" aus Nieschütz von Ronny Koch und seiner Frau Jacqueline. Die beiden gelernten Winzer betreiben den Betrieb erst seit wenigen Jahren im Nebenerwerb. Silber erhielt der Betrieb für einen Schieler, wie in Sachsen der aus weißen und roten Trauben gemeinsam abgepresste Rotling heißt. Die Trauben reiften in der Lage Seußlitzer Schlossweinberg. Bronze gab es für eine halbtrockene Cuvee, in der unter anderem Müller-Thurgau und Scheurebe verschnitten wurden. Koch ist in der Region kein unbekannter Winzer, hat er doch jahrelang als Kellermeister dem Weingut Jan Ulrich zu Anerkennung verholfen und arbeitet aktuell in der Weinbaugesellschaft Meißen.

Die erst 2018 gegründete Weinbaugesellschaft wollte ursprünglich gar keine Weine unter eigenem Etikett auf den Markt bringen, nannte es später eine Option. Inzwischen verkauft die Weinbaugesellschaft auch unter eigenem Namen und hat sogar bei der Gebietsweinprämierung einige ihrer Weine angestellt. Dafür gab es Silber und Bronze.

Ein Mann mit Weinflaschen in einer Rebzeile.
Winzer Ronny Koch betreibt im Nebenerwerb einen kleinen Weinbaubetrieb. Bildrechte: L. Müller

Spätfrost und Dürre plagen Winzer beim Jahrgang 2020

Das Weinjahr 2020, aus dem viele der zur Gebietsweinprämierung vorgestellten Weißweine stammen, bezeichnet der Weinbauverband als "herausfordernd" und "kräftezehrend". Spätfrost und Trockenheit führten zu rund 20 Prozent weniger Trauben als in Durchschnittsjahren. Zudem behinderten Corona-Beschränkungen den Absatz der Weine und die Verfügbarkeit ausländischer Hilfskräfte in den Weinbergen. Was aber auch zur Wahrheit gehört: Im Vergleich zu diesem Jahr mit seinen vielen Niederschlägen waren 2020 weniger Laubarbeit und weniger Pflanzenschutz nötig, wie aus Kreisen der Winzer zu erfahren ist.

Quelle: MDR/lam

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