Stadtratssitzung Sachsenbad in Dresden wird verkauft

Die leerstehende ehemalige Schwimmhalle Sachsenbad in Dresden-Pieschen
Nie wieder Wasser im Becken. Der Traum, das Sachsenbad als Schwimmbad wiederzubeleben, ist geplatzt. Bildrechte: Sven Germeroth

Die Entscheidung zur Zukunft des Sachsenbades in Dresden-Pieschen ist gefallen. Der Dresdner Stadtrat hat am Mittwochabend mit knapper Mehrheit beschlossen, das Denkmal zu verkaufen. Für über eine Million Euro wird das Gebäude und das knapp 6.000 Quadratmeter große Grundstück an der Wurzener Straße in den Besitz eines Berliner Investors wechseln. Der will zwar das Denkmal sanieren, aber kein Bad darin wieder betreiben. 

Gastro, Büros und wenig Wasser

Laut Investor ist in dem seit 1994 geschlossenen Sachsenbad eine Kombination aus moderner Arbeitswelt, Gastronomie und Wellness geplant. So könnten Großraumbüros für Co-Working oder Start-ups, ein Restaurant , ein Café- und Barbereich entstehen. Auch ein Spa mit Panoramasauna und großem Yoga-Studio sind in dem Konzept enthalten.

Neben dem Verkauf des Sachsenbades stimmten die Stadträte mehrheitlich auch für den Bau eines neuen Schwimmbades in dem Stadtteil. "Der Oberbürgermeister wird beauftragt, ein Finanzierungs- und Realisierungskonzept (inklusive möglicher Fördermittelquellen) für den zeitnahen Neubau einer Sport-Schwimmhalle im Rahmen des Bäderkonzeptes im näheren Umfeld, vorzugsweise als Verlängerung im Norden des Sachsenbades bis zum 31.12.2021 vorzulegen", so der entsprechende Beschlusspunkt.

Ein großes Gebäude in Dresden aus der Vogelperspektive.
Das Sachsenbad in Dresden-Pieschen steht seit Jahren leer. Inzwischen ist die Bausubstanz des denkmalgeschützten Hauses marode. Bildrechte: MDR SACHSEN

Traum geplatzt

Mit dem Verkauf des Bades sind nun die Pläne der Bürgerinitiativen und der Grünen sowie Linken gescheitert, es in städtischer Hand zu behalten. Das sei super enttäuschend, twitterte Grünenpolitiker Thomas Löser kurz nach der Entscheidung. Damit werde das Ergebnis des Bürgerforums zum Sachsenbad missachtet, so Löser. Seine Partei und die Bürgerinitiative "Endlich Wasser ins Sachsenbad" waren gegen den Verkauf. Stattdessen warben sie für einen Kompromissvorschlag, das Bad "ohne Wasser" zu sanieren und ein Schwimmbad als Anbau im Norden des Grundstückes zu bauen.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 13. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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