Unterricht Dresden startet Schule für geflüchtete Kinder aus der Ukraine

Dresden hat seit dieser Woche eine neue Schule. Die sogenannte Ukraineschule, in der geflüchtete Kinder unterrichtet und möglichst schnell integriert werden sollen. Das Angebot richtet sich an Grund- und Oberschüler. Doch nicht alle ukrainischen Eltern sind von einer deutschen Schule begeistert. Ihnen ist der Onlineunterricht aus der Heimat näher.

Ukraine Schule
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Dresden werden bereits mehr als 700 ukrainische Schüler unterrichtet. Ein Großteil davon besucht jetzt die neue Ukraine-Schule in Kleinpestitz. Genutzt wird ein Schulgebäude, das bisher als Interimslösung diente. Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU) sagte, man habe in der Kürze der Zeit keine neue Schule bauen und auch keine Container aufstellen können. Deshalb sei unbürokratisch auf das Grundschulgebäude zurückgegriffen worden.

Ukrainische Schule
Für die Integration den Schülerinnen und Schüler sind Alltagsbegriffe in Deutsch wichtig. Sie werden mit zuerst vermittelt. Bildrechte: MDR/Florian Glatter

Mitarbeitende unterrichten auch in anderen Schulen

Von der Organisation her ist die Ukraineschule ein Außenstandort der 49. Grundschule und der 116. Oberschule. Damit der Betrieb überhaupt möglich ist, wurden insgesamt etwa 50 ukrainische Lehrkräfte sowie Assistenzpersonal zum Dolmentschen eingestellt. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten auch noch in anderen Schulen, wo spezielle Klassen für ukrainische Geflüchtete eingerichtet wurden, erläuterte Hagen Kettner vom Landesamt für Schule und Bildung.

Lehrerin: Nicht alle Ukrainer von deutscher Schule begeistert

Die Deutschlehrerin, Juliia Didenko, aus Kiew, kann verstehen, dass es unter ihren Landsleuten auch Vorbehalte gibt, die Kinder auf eine deutsche Schule zu schicken. Vielleicht stehe dahinter die Sorge, die Kinder an Deutschland zu verlieren. Manche würden lieber in ihrem neuen Zuhause bleiben und den Online-Unterricht ihrer bisherigen Schule in der Ukraine verfolgen.

Noch ganz andere Sorgen plagen Hagen Kettner, Leiter des Landesamt für Schule am Standort Dresden. Bislang seien in Sachsen 6.772 Anträge auf Aufnahme ukrainischer Kinder in Schulen des Freistaates gestellt worden, 4.108 von ihnen bereits aufgenommen. Man rechne aber mit der gleichen Anzahl Schüler bis 1. August.

Ukrainische Schule
Eine ganze Schule wurde in Dresden für den Unterricht von Geflüchteten aus der Ukraine vorbereitet. Auf dem Stundenplan steht auch die deutsche Sprache. Bildrechte: MDR/Florian Glatter

Fehlende Lehrer verschärfen die Situation

Schon heute fehlen in Sachsen Lehrer, Unterrichtsausfall inklusive. In Städten wie Dresden fehle zudem Platz, die Klassen seien "rammelvoll". Laut Kettner gibt es erste Tendenzen, dass bereits angemeldete Kinder dann doch nicht kommen, weil ihre Familien weggezogen sind. Dazu kämen Unterschiede in der Ausbildung der Lehrer. Anders als in Deutschland würden sie in osteuropäischen Ländern meist nur in einem Fach ausgebildet und stünden demnach auch nicht für mehr Fächer zur Verfügung.

MDR (lam/fg)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus Dresden | 27. April 2022 | 16:30 Uhr

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