Romantik-Ausstellung Kunst in Moskau und Dresden als Eisbrecher für Verständigung

Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD), Marion Ackermann, hat sich für einen kulturellen Austausch mit Russland ausgesprochen. "Trotz der komplizierten Zeiten" sollte man darum ringen und unbedingt daran festhalten, sagte Ackermann im Gespräch mit MDR SACHSEN. Am direkten Austausch unter den Menschen und in der Kollegenschaft wolle man "eisern festhalten, vielleicht unter dem Radar hoher Politik".

Inmitten einer politischen Megakrise zeigen wir, dass unsere Länder seit Jahrhunderten eng miteinander verflochten sind. Dass es zum Beispiel gerade nach Dresden einen ganz, ganz intensiven Austausch gab.

Marion Ackermann Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Nach vier Jahren Arbeit Eröffnung

Am Donnerstag, 21. April, wird in der Moskauer Tretjakow-Galerie die Ausstellung "Träume von Freiheit. Romantik in Russland und Deutschland" eröffnet. Mehr als 300 Meisterwerke aus beiden Ländern werden erstmals gemeinsam und mit Bezug aufeinander gezeigt. Vier Jahre lang wurde die Schau vorbereitet. Die vom US-Architekten Daniel Libeskind gestaltete Ausstellung bringt "die Kunst der Romantik aus beiden Ländern in einen Austausch, wie er bislang noch nicht unternommen wurde", wirbt die SKD. Die Schau soll ab Oktober im Albertinum Dresden zu sehen sein.

Zu sehen in Moskau: Carl Gustav Carus: Brandung bei Rügen, in der Ausstellung 'Träume von Freiheit. Romantik in Russland und Deutschland' 9 min
Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Foto: Elke Estel

MDR KULTUR - Das Radio Mi 21.04.2021 06:00Uhr 08:46 min

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Verständigung durch gemeinsame Erkenntnisse

Im Mittelpunkt stehen neben russischen Meisterwerken, die in Deutschland weniger bekannt sind, auch Gemälde von Carl Gustav Carus und Caspar David Friedrich. Der war, so Marion Ackermann, in Russland bereits "ein Superstar", noch lange bevor in deutschen Landen seine Qualität erkannt wurde und die Künstler nach Dresden gepilgert sind, um ihn dort zu besuchen". Im 19. Jahrhundert habe es insgesamt ein großes Interesse an der russischen Kultur gegeben. Die Ausstellung zeige zudem, dass die zentralen Aspekte der Romantik hierzulande und in Russland gleich seien: das Individuum, die Seelen in Porträts, auch Ironie, politische Aspekte und Gebrochenheit, die als Vorbote der Moderne gewertet werde.

In all diesem sind wir uns sehr ähnlich. Und das kann man eben beim Eintauchen in die Ausstellung erleben.

Marion Ackermann Kunsthistorikerin und Museumsdirektorin

Caspar David Friedrich Gemälde
Caspar David Friedrich ist einer der "Big Names" in der großen Romatik-Ausstellung, die ab 21. April in Moskau zu sehen sein wird. Bildrechte: imago images/Everett Collection

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Aufgefallen - Erkundigt | 19. April 2021 | 21:15 Uhr

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