Urlaub zu Hause Das Himbeerparadies auf der Erlebnisplantage Dresden-Lockwitz

Wandern, radeln, campen, schwimmen, klettern - was Freizeitaktivitäten betrifft, da hat Sachsen einiges zu bieten. Deshalb wollen wir Ihnen während der Sommerferien ein paar Freizeit- und Ausflugstipps vorstellen - jeden Tag mit einer Reportage von einem anderen Ort. Urlaub zu Hause im Selbsttest. Heute: Zum Selbstpflücken auf der Erlebnisplantage Dresden-Lockwitz.

Ein Kind mit Sonnenhut greift nach einer Himbeere an einem Strauch. Auf dem Bild steht "Spiel & Spass"
Auf der Erlebnisplantage in Dresden-Lockwitz darf zwischendurch auch mal genascht werden. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing

"Wollen wir heute mal ein paar Beeren pflücken gehen?", fragt mich meine Freundin. Beeren pflücken? In der Großstadt, bei knallender Sonne und mit kleinem Kind? Keine so gute Idee, denke ich mir. "Meine Kollegin hat mir neulich davon erzählt. Dort gibt es total leckeres Obst", sagt sie, als ob sie meine Gedanken lesen konnte. Nun gut, denke ich, etwas Bewegung auf dem Feld tut schließlich gut nach einer langen Woche im Büro und Himbeeren esse ich für mein Leben gern. Wir packen Sonnenbrillen, Getränke und etwas Spielzeug für die Kleine ein und schon geht es los.

An der Plantage in Dresden-Lockwitz erblicken wir schon von weitem die schier endlosen Reihen von Beerensträuchern, Gewächshäusern - und einen Spielplatz mit Hüpfburg. Ok, damit habe ich jetzt nicht gerechnet. Meine Tochter offenbar auch nicht, denn sie jauchzt voller Freude im Auto.

Nix wie hin da!

Am Eingang lassen wir unsere mitgebrachten Gefäße wiegen, dann geht es erst mal direkt auf die Hüpfburg. So früh am Vormittag ist sie noch etwas nass vom Tau der Nacht, aber das kann kleine Entdecker natürlich nicht schocken. Wann hat man schließlich so eine Hüpfburg schon mal für sich allein? Also wird erst mal ausgiebig getestet, was der Kasten so her gibt. Mama macht sich in der Zwischenzeit schlau, welchen Weg wir einschlagen müssen, um an die begehrten Rosengewächse zu kommen. Ich beobachte währenddessen, wie sich die Hühner im kleinen Holzpferch nebenan lautstark um die Reste eines toten Frosches balgen. Ach Dresden, du überraschst mich immer wieder.

Entdeckertour Naschen und Sammeln in der Erlebnisplantage Dresden-Lockwitz

Eine Frau und ein Kind laufen auf einem Weg Hand in Hand an Heidelbeersträuchern entlang
Auf gehts! Der Weg in die Selbtspflück-Plantage führt entlang an zahllosen Heidelbeersträuchern. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
Eine Frau und ein Kind laufen auf einem Weg Hand in Hand an Heidelbeersträuchern entlang
Auf gehts! Der Weg in die Selbtspflück-Plantage führt entlang an zahllosen Heidelbeersträuchern. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
Ein Kind mit Sonnenhut hat eine Schüssel in der einen Hand und blick auf eine Himbeere in der anderen
Auf der Schattenseite der Himbeersträucher lässt es sich am Vormittag entspannt sammeln. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
Ein Kind mit Sonnenhut greift nach einer Himbeere an einem Strauch
Die Beeren sind auch für die Kleinsten problemlos erreichbar. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
Eine Frau steht an einem Verkaufsstand. Auf der anderen Seite wiegt ein Mann eine Schüssel mit Himbeeren
Nach dem Sammeln wird gewogen und anschließend bezahlt. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
Zwei Schüsseln voller Himbeeren, eine Schüssel voll mit Heidelbeeren.
Die Ausbeute kann sich sehen lassen. Etwas mehr als 2,5 Kilogramm Beeren haben wir gesammelt. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
Mit Obst und Gemüse gefüllte Schalen und Kisten stehen neben einem Haus auf verschiedenen Tischen
Wer nicht selber pflücken möchte, kann im Hofladen Obst und Gemüse kaufen. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
Mehrere Strohballen sind zu einem Parcours aufgestapelt worden.
Nach dem Pflücken und einer kurzen Stärkung wird das Gelände weiter erkundet. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
Ein Kind mit Sonnenhut klettert zwischen gestapelten Strohballen umher.
Zwischen den Strohballen lässt es sich prima klettern und toben. Wer stürzt, fällt weich. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
An einem Gebäude steht "Beerencafé", daneben sitzen mehrere Menschen in Gruppen an Tischen. Im Vordergrund stehen Fahrräder.
Neben dem Beerencafé lässt es sich gemütlich sitzen. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
Über mehrere Sitzgruppen aus Tischen und Stühlen sind Netze gespannt worden, die Schatten werfen.
Alle Sitzplätze und große Teile des Spielplatzes sind mit Netzen überspannt, die Schatten spenden. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing
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Die Königin der Beeren

Nach kurzer Diskussion - "Nur noch eine Minute hüpfen..." - machen wir uns auf den Weg zum eigentlichen Ziel unseres Ausflugs. Entlang eines von zahllosen Heidelbeersträuchern gesäumten Weges geht es zu dem, was ich mir immer als das Himbeerparadies vorgestellt habe: Unzählige Reihen von Himbeerpflanzen stehen wie an einer Perlenschnur aufgereiht nebeneinander. Wir tauchen ein in eine Reihe aus mannshohen Sträuchern, an denen von oben bis unten Früchte hängen. Mal ganz offensichtlich, mal etwas versteckt, aber für jede Körpergröße gut erreichbar.

Im Schatten der Sträucher zupfen wir die roten Hohlbeeren von den Pflanzen. Natürlich muss zwischendurch auch mal probiert werden, man kauft ja nicht die Katze im Sack. Aber was soll ich sagen, es schmeckt einfach nur köstlich. Das gilt natürlich auch für die Heidelbeeren, deren Anblick wir auf dem Weg zu den Himbeeren ebenfalls nicht widerstehen konnten.

Ein Kind mit Sonnenhut hat eine Schüssel in der einen Hand und blick auf eine Himbeere in der anderen
Bereits am Vormittag brennt die Sonne heiß über Lockwitz. Die Himbeersträucher bieten Schatten. So lässt es sich arbeiten. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing

Nach reichlich einer halben Stunde sind über zwei Kilogramm Himbeeren in unseren Besitz gewandert. Zwischendurch haben wir Spinnen, Bienen, Käfer und Ameisen entdeckt, beobachtet und bewundert. Allein dieser Teil des Ausflugs war für meine Tochter schon ein Highlight, aber die Erlebnisplantage in Lockwitz hat noch mehr zu bieten.

eine reife und eine grüne Himbeere hängen am Strauch 1 min
Bildrechte: MDR

Wenn die Himbeeren prall und rot sind und sich leicht pflücken lassen, dann sind genau richtig zum Essen. Sind sie matschig und riechen eklig, war die ungeliebte Kirschessigfliege schon zu Gast.

MDR FERNSEHEN So 20.09.2020 08:30Uhr 00:33 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/video-herbsthimbeeren-kirschessigfliege-100.html

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Mehr als eine Plantage

Zurück am Beerencafé werden die gepflückten Beeren gewogen und bezahlt. Knapp 20 Euro sind für die Himbeeren und weitere gut 500 Gramm Heidelbeeren fällig. Vielleicht keine Supermarktpreise, Qualität und Frische des Obstes suchen aber ihresgleichen. Ob einem der Pflückspaß das wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Der Eintritt zur Erlebnisplantage ist ansonsten kostenfrei.

Bis hierhin war der Tag für uns schon ein voller Erfolg. Nach dem Pflücken testet meine Tochter den Spielplatz ausgiebig weiter: Es gibt einen Strohballen-Kletter-Parcours, eine kleine "Rennstrecke" für bereitstehende Laufräder und Trettraktoren, Schaukeln und mehrere Sandkästen. Das Highlight für sie ist und bleibt jedoch die Hüpfburg.

Ein Kind mit Sonnenhut klettert zwischen gestapelten Strohballen umher.
Oben drüber, unten durch - der Strohballen-Parcours bietet viele Möglichkeiten zum Toben. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing

Während unsere Tochter dort tobt und andere Kinder kennenlernt, freuen meine Freundin und ich uns über zwei frische Milchshakes. Alle Sitzplätze, einer der Sandkästen und die Schaukeln sind mit Netzen überspannt, die großflächig Schatten spenden. Herrlich! Gleichzeitig haben wir die Kinder gut im Blick, da das Gelände zwar großflächig, aber gut überschaubar ist. Wir beschließen spontan, noch etwas länger zu bleiben, genießen das Wetter und naschen von unseren Beeren.

An einem Gebäude steht "Beerencafé", daneben sitzen mehrere Menschen in Gruppen an Tischen. Im Vordergrund stehen Fahrräder.
Hier lässt es sich aushalten: Trotz brennender Sommersonne können wir unsere Auszeit vom Alltag im Schatten genießen. Bildrechte: MDR/Matthias Stiebing

Fazit

Der spontane Ausflug zur Erlebnisplantage nach Dresden-Lockwitz hat sich für uns in doppelter Hinsicht gelohnt. Zum einen, weil wir einen Berg voll Beeren geerntet haben. Zum anderen hatten wir viel Spaß auf dem Gelände. Die Preise für Speisen und Getränke im Beerencafé sind moderat und auch für eine vier- oder fünfköpfige Familie bezahlbar, zumal der Eintritt an sich kostenlos ist. Es gibt keine versteckten Kosten für die Toilettenbenutzung oder den Spielplatz. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung für alle kleinen und großen Entdecker, die sonst schon alles in der Landeshauptstadt gesehen haben.

Sachsenkarte, auf der der Standort der Erlebnisplantage Dresden-Lockwitz markiert ist.
Bildrechte: MDR/Marion Waldhauer

Anreise

  • mit den Buslinien 86 oder 89 zur Haltestelle Dresden Altlockwitz fahren, von dort etwa fünf Minuten Fußweg
  • mit dem Fahrrad via Lockwitztalstraße, Fahrradstellplätze vorhanden
  • mit dem Auto bis zum Parkplatz auf der Lockwitztalstraße fahren

Geeignet für

  • Familien mit Kindern bis zum Ende des Grundschulalters
  • Beeren- und Gemüseliebhaber jeden Alters

Nicht geeignet für

  • Menschen mit eingeschränkter Mobilität, zumindest auf der Plantage
  • Menschen, die Abneigungen gegen Insekten haben

Daran sollte man denken

  • unterschiedliche Gefäße für die verschiedenen Beeren- und Gemüsesorten (vorher wiegen lassen)
  • trittfestes Schuhwerk
  • je nach Witterung Sonnenschutz

Tipp

  • Nachkatzen können auch zwischendurch mal ein oder zwei Beeren naschen - übertreiben sollte man es aber nicht.
  • Der frühe Vormittag ist die besten Zeit zum Pflücken.
  • Eine Kühlbox hält das Obst auch auf längeren Fahrten nach Hause frisch.
  • Wer keine Lust hat, selbst zu pflücken, kann Obst und Gemüse auch im Hofverkauf erwerben.

Wenn man schon mal da ist

  • ... sollte man die selbstgemachten Kuchen, Milchshakes oder Waffeln probieren.

Bloß nicht

  • ... das frische Obst in der prallen Sonne stehen lassen oder im heißen Auto zwischenlagern.

Quelle: MDR

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