Urteil Dresdner Sozialgericht wertet Kollision mit Hund als Arbeitsunfall

Das Sozialgericht in Dresden hatte sich kürzlich mit einem besonders kniffligen Fall zu beschäftigen. Es musste die Frage beantworten, ob es sich um einen Arbeitsunfall handelt, wenn ein versicherter Arbeitnehmer auf dem Weg nach Hause mit seinem Auto einen Hund umfährt und danach einen Schock erleidet. Genau das war einem Mann passiert. Er machte sich auf den gewohnten Heimweg, als plötzlich ein Hund auf die Fahrbahn sprang und der Wagen mit dem Tier kollidierte. Der Mann erlitt einen daraufhin einen Schock. Damit nicht genug: Anschließend wurde er von den Freunden des Hundehalters massiv bedrängt und angriffen. Außerdem wurde sein Auto beschädigt. Die Angriffe setzten sich auch noch fort, als der Mann in seiner Not in einer Tankstelle Schutz gesucht hatte.   

Gericht: Flucht vor Prügel ist keine Abkehr vom Arbeitsweg

Für das Verfahren spielte dieser Zeitpunkt eine zentrale Rolle. Es stand die Frage im Raum, ob der Arbeitnehmer seinen Versicherungsschutz verloren hatte, weil er durch seine Flucht in die Tankstelle vom Arbeitsweg abgewichen war. Die angeklagte Berufsgenossenschaft sah das so, was bedeute hätte, dass sie nicht für den entstandenen Personenschaden zahlen müsste. Allerdings folgte das Sozialgericht Dresden dieser Auffassung nicht. Der Abstecher zur Tankstelle habe demnach "in einem inneren Zusammenhang mit dem versicherten Heimweg gestanden", hieß es. Der Mann habe zu diesem Zeitpunkt weiterhin Schutz gesucht und die Polizei verständigen wollen, damit er den Heimweg überhaupt fortsetzen konnte.

Nach den gutachterlichen Feststellungen eines Psychologen leidet der Betroffene seit dem Vorfall an Ängsten und anderen psychischen Störungen, die auf den Unfall und die spätere Bedrohung zurückzuführen seien. Gegen das Urteil kann die unterlegene Berufsgenossenschaft Berufung einlegen.

Das Urteil hat folgendes Aktenzeichen: S 5 U 232/20

Quelle: MDR/sth

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