Spatenstich an Uniklinik Dresden 100 Millionen Euro für Seelische Gesundheit

In der Corona-Pandemie rücken andere Krankheiten oft in den Hintergrund. Doch die Krise führt auch zu psychischen Erkrankungen. Ein neues Zentrum für Seelische Gesundheit soll in Dresden bald neue und bessere Therapien ermöglichen.

Neubau an Dresdner Uni-Klinik Zentrum für Seelische Gesundheit
So soll der Klinik-Neubau aussehen. Bildrechte: MDR/Uniklinik Dresden

In Dresden ist mit dem Neubau des "Zentrums für Seelische Gesundheit" am Uniklinikum begonnen worden. Es soll neben der Psychiatrie auch ein Zentrum für gesundes Altern, das Institut für klinische Chemie, das Institut für Mikrobiologie und Virologie sowie Labore aufnehmen. Es ist die erste Einrichtung dieser Art in Sachsen. Nach Angaben von Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Universitätsklinikums, bietet der Neubau "hervorragende Möglichkeiten, um die Patientenversorgung in verschiedenen Bereichen weiter ausbauen und deutlich verbessern zu können".

Prof. Dr. Michael Albrecht / Medizinischer Vorstand Universitätsklinikum Dresden
Bildrechte: MDR Sachsen

Durch die enge Zusammenarbeit von Medizin, Wissenschaft, Labordiagnostik und Mikrobiologie können wir künftig schneller, individualisiert Therapien anbieten.

Michael Albrecht Medizinischer Vorstand des Dresdner Universitätsklinikums

Der Freistaat fördert das Projekt den Angaben zufolge mit 85 Millionen Euro. Die Uniklinik steuerte 10 bis 15 Millionen Euro aus Eigenmitteln bei. 2025 soll das Zentrum bezugsfertig sein.

Ein Bagger ist auf der Baustelle für den Neubau des Zentrums für Seelische Gesundheit am Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus mit Abrissarbeiten beschäftigt.
Ein Bagger bereitet das Baufeld am Uniklinikum vor. Bildrechte: dpa

Kretschmer dankt Medizinern in der Corona-Pandemie

Ministerpräsident Michael Kretschmer warb für mehr Offenheit hinsichtlich psychischer Erkrankungen. Es handle sich oft um Krankheitsbilder, die man nicht erkenne und über die Betroffene nicht sprechen wollen. Sie hätten Angst, in der Bevölkerung stigmatisiert zu werden. Deshalb sei es wichtig, Offenheit zu erzeugen und psychische Erkrankungen wie jede andere Erkrankung zu betrachten.

Kretschmer dankte auch den Medizinern für ihren Einsatz in der Corona- Pandemie. Sie hätten in den vergangenen vierzehn Monaten Beispielloses geleistet. Man wäre nicht so durch diese Zeit gekommen, wenn es nicht die vielen Menschen gegeben hätte, die sich über ihre eigentliche Arbeit hinaus so engagierten. Im letzten Drittel der Pandemie sei es nun am wichtigsten, die Kraft - auch die psychische Kraft - nicht zu verlieren.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 19. April 2021 | 17:00 Uhr

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