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Dieser Welpe wurde beschlagnahmt und wird nun im Tierheim Dresden untersucht und betreut. Bildrechte: Staatsanwaltschaft Dresden

Durchsuchungen

Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen Hundehändler - Welpen beschlagnahmt

Stand: 19. Februar 2021, 11:30 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Dresden und die Polizeidirektion Dresden ermitteln gegen zwei Männer aus Rumänien und eine Frau aus Deutschland wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs in mindestens 47 Fällen. Nach Angaben der Ermittler geht es um den Schmuggel von Hundewelpen. Den Beschuldigten werde zur Last gelegt, mindestens seit 2019 in mehreren Fällen Welpen - insbesondere Golden Retriever, Cocker Spaniel und Lagotto Romagnolo - illegal aus Rumänien und anderen osteuropäischen Ländern nach Deutschland gebracht und sie hier gewinnbringend verkauft zu haben.

Dabei wurde auch Tierschutz missachtet. So werde den Beschuldigten vorgeworfen, die Welpen wiederholt zu früh vom Muttertier weggenommen und ungeimpft in das Bundesgebiet eingeführt zu haben, hieß es.

Falsche Angaben zu den Tieren beim Verkauf

Anschließend sollen die Beschuldigten nach Erkenntnissen der Ermittler die Welpen mit falschen Angaben in Tierpässen überwiegend im Stadtgebiet von Dresden, aber auch in Hamburg und auf der Insel Rügen verkauft haben. Für die Tiere seien Preise zwischen 1.500 und 2.500 Euro je Welpe kassiert worden.

In mindestens drei Fällen seien die Welpen aufgrund verschwiegener oder nicht erkannter Vorerkrankungen kurz nach dem Verkauf gestorben. Die Staatsanwaltschaft Dresden geht davon aus, dass der angerichtete Gesamtschaden mindestens 100.000 Euro beträgt und die Beschuldigten hierdurch einen gehobenen Lebensstil führen wollten.

Zwei Wohnungen durchsucht und Welpen beschlagnahmt

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden hat der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Dresden vor wenigen Tagen in dem Verfahren die Durchsuchungen einer Ferienwohnung in Laußnitz in Sachsen und einer Wohnung in Altefähr auf der Insel Rügen angeordnet. Dabei wurden zwei hochwertige Kraftfahrzeuge, mit denen die Welpen transportiert worden sein sollen, zwei Handys, Geschäftsunterlagen und rund 10.000 Euro Bargeld sichergestellt. Zwei noch nicht verkaufte Welpen wurden sichergestellt und zur Quarantäne in das Tierheim Dresden gebracht.

Gegen die Beschuldigten wurde kein Haftbefehl beantragt, da die Strafprozessordnung dies bei den Vorwürfen nicht zulasse, hieß es. Die Ermittlungen dauern an.

Illegaler Hundehandel boomt mehr denn je

Immer wieder stoppt die Bundespolizei mutmaßliche Hundeschmuggler insbesondere bei der Einreise aus Tschechien. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Haustieren stark gestiegen. Viele Menschen suchen sich neue Hobbys oder wollen mit den Tieren ihre Einsamkeit lindern.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSENMDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.02.2021 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

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