Namensdiskussion Stadtrat Radebeul verlängert Mohrenstraße

Ein Straßenschild in Radebeul zeigt nach rechts und weist den Weg zur Mohrenstraße. Auf weißem Grund stehen die schwrazen Buchstaben geschrieben.
Durch einen Stadtratsbeschluss ist die Mohrenstraße in Radebeul verlängert worden. Das führt zu Diskussionen. Bildrechte: Diana Köhler

Der Streit um die Umbenennung der Mohrenstraße in Radebeul geht in eine neue Runde. Am Mittwoch entschied der Stadtrat mit großer Mehrheit vier Grundstücke einer anderen Straße der Mohrenstraße zuzuordnen und damit einen Fehler der Katasterunterlagen aus der Nachwendezeit zu korrigieren. Damit wurde die Straße offiziell verlängert.

Für Martin Oehmichen, Stadtrat der Fraktion Bürgerforum/Grüne Radebeul/SPD, ist das ein falsches Zeichen des Stadtrats, das den heutigen Werten widerspreche. Im Vorfeld hatte ein Dutzend Jugendliche der Gruppe RIKA (Rassismus ist keine Alternative) Radebeul einen Brief an alle Stadtratsfraktionen geschickt, mit der Forderung, die Umbenennung der Mohrenstraße und des Mohrenhauses zu diskutieren, "da wir den Begriff 'Mohr' als nicht mehr zeitgemäß und rassistisch empfinden", heißt es im Brief. "Dieser Diskussion ist jetzt durch den Stadtratsentscheid ein Riegel vorgeschoben worden", so Oehmichen. Seine Fraktion hatte zur Unterstützung der Schüler einen Antrag auf eine Grundsatzdiskussion eingebracht. Dieser ist allerdings noch offen.

Debatte ist nicht gewollt

Die Fraktion Bürgerforum/Grüne Radebeul/SPD hatte außerdem beantragt, die verwaltungstechnische Entscheidung bis nach einer grundsätzlichen Diskussion zu verschieben. Der Antrag wurde abgelehnt. "Dabei wäre es zeitlich kein Problem gewesen", so Oehmichen. "Wir haben bis 2022 Zeit die Katastereinträge zu überprüfen und zu korrigieren." Seiner Meinung nach wird die Debatte um den Straßennamen aber gar nicht gewollt. Gemeinsam mit RIKA soll, sobald es die pandemische Lage erlaubt, dann aber ein Gespräch stattfinden.

Quelle: MDR/al

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen