Kriminalität Telefonbetrüger erbeutet 20.000 Euro von Radebeuler Seniorin

Ganz gleich, ob man vom Enkeltrick oder von sogenannten Schockanrufen spricht, eines ist immer gleich: Ältere Menschen werden mit erfundenen Geschichten hinters Licht geführt. Oft büßen sie dabei viel Geld ein. In Radebeul und Riesa gab es jetzt erneut derartige Fälle - mit unterschiedlichem Ausgang.

Eine 62 Jahre alte Frau aus Radebeul ist Opfer eines Telefonbetrügers geworden. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Unbekannte die Frau am Dienstag angerufen und behauptet, dass ihre Tochter einen schweren Unfall verursacht hätte. Anschließend habe er den Hörer dann an einen angeblichen Staatsanwalt weitergereicht, der die Zahlung von 20.000 Euro verlangte, damit die Tochter nicht ins Gefängnis müsse, hieß es. Die 62-Jährige hob das Geld bei einer Bank ab, fuhr wie gefordert nach Dresden und übergab den Betrag an der verabredeteten Stelle an einen etwa 50-Jährigen mit Bart.

Betrüger suchen gezielt nach älteren Personen

Die Masche sei nicht neu, seit vergangener Woche häuften sich Fälle in der Region, "offenbar gibt es wieder eine Welle", sagte ein Polizeisprecher. Man könne verfolgen, wie sich die Täter "durch die Telefonbücher arbeiten". Diese suchten nach Namen, hinter denen sie ältere Personen vermuten, und gäben dann schwere Unfälle von Angehörigen vor oder gäben sich als falsche Polizisten aus.

Riesaer Paare fallen nicht auf Masche rein

"Das ist das klassische Vorgehen", sagte der Sprecher auch mit Verweis auf zwei Versuche in Riesa. Die beiden Paare zwischen 67 und 86 Jahren erkannten den Betrug am Telefon aber, legten auf und informierten die Polizei. Trotz deren regelmäßiger Warnungen gebe es immer wieder solche Betrugsfälle. Die Behörden gehen von einer hohen Dunkelziffer in diesem Bereich aus. "Wir bekommen das ja nur mit, wenn die Betroffenen sich melden."

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 20. Oktober 2021 | 18:30 Uhr

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