Humanitäre Hilfe "Mission Lifeline" hilft Ukraine-Flüchtlingen in der Slowakei

Am frühen Donnerstagmorgen hat das russische Militär begonnen, Ziele in der Ukraine anzugreifen. Viele Menschen sind nun auf der Flucht und erreichen Polen oder die Slowakei. Der Dresdner Verein "Mission Lifeline" hilft direkt vor Ort und bietet den Geflüchteten Transportmöglichkeiten.

Hilfsorganisationen am Grenzübergang Vyšné Nemecké zwischen der Slowakei und Ukraine verteilen Wasser und Lebensmittel an Geflüchtete
Hilfsorganisationen am Grenzübergang Vyšné Nemecké zwischen der Slowakei und Ukraine verteilen Wasser und Lebensmittel an Geflüchtete. Bildrechte: Erik Hoffmann

Slowakisch-ukrainischer Grenzübergang Vyšné Nemecké am Sonnabendnachmittag. Auf slowakischer Seite stehen Stände von Hilfsorganisationen, Freiwillige verteilen Wasser und Nahrung. Auch Schlafplätze werden angeboten.

Ein Ukrainerin aus Kiew erzählt von ihrer Flucht. "Gestern begann unser Tag mit Alarmsirenen", sagt sie. "Wir hatten eine Chance, weil wir vorbereitet waren." Sie habe nicht viel Zeit gehabt, zu fliehen. Viele weitere Menschen in Autos versuchten ebenfalls Kiew zu verlassen.

Frau aus Kiew an der Slowakischen Grenze
Bildrechte: Erik Frank Hoffmann / MDR

Wir sind müde, aber wir sind glücklich. Ich glaube, wir sind in Sicherheit. Aber viele meiner Freunde sind noch da und sitzen an verschiedenen schrecklichen Orten.

Eine Ukrainierin nach Grenzüberquerung in die Slowakei

"Mission Lifeline" hilft vor Ort

Hilfe an den Grenzen leistet auch der Verein "Mission Lifeline" aus Dresden. Die Organisation hat sowohl an der polnischen als auch an der slowakischen Grenze Kleinbusse im Einsatz, die Geflüchtete nach Deutschland bringen können. Aktuell gebe es aber keinen Ansturm, sondern eher ein Überangebot an Transportmöglichkeiten, erzählt Axel Steier, Vorstand von "Mission Lifeline". "Auf der ukrainischen Seite der Grenze gibt es lange Wartezeiten", sagt er. "Sobald diese Schleuse aufgeht, haben wir Kapazitäten für viele Hundert Menschen in der Pipeline."

Kleinbusse zum Transport Geflüchteter

Aktuell befinden sich sechs Kleinbusse der Organisation an der slowakisch-ukrainischen Grenze. In Wien würden weitere auf den Startschuss warten. "In jedem unserer Konvois sind auch Dolmetscherinnen und Dolmetscher dabei", so Steier. Für Ukrainerinnen und Ukrainer, die nach Deutschland wollen, habe der Verein eine Zusage über 600 Plätze aus dem Landkreis Meißen. "Und viele haben hier auch Verwandte, bei denen sie unterkommen können", sagt Steier. "Dazu kommen Tausende an Wohnungsangeboten von Privatpersonen."

Nach geltendem Recht dürfen Ukrainer ohne Visum für 90 Tage in die Europäische Union einreisen. Dafür benötigen sie aber einen biometrischen Pass, den laut Menschenrechtsorganisation Pro Asyl nur sehr wenige Ukrainer besitzen. "Wir brauchen da jetzt eine klare Aussage vom Auswärtigen Amt, dass eine Einreise auch für Ukrainerinnen und Ukrainer ohne biometrischen Pass möglich ist", fordert Steier.

Hilfsgüter an die Grenze zu senden, macht aus seiner Sicht keinen Sinn. "Die Ukraine ist kein Entwicklungsland", sagt er. Transporte von Hilfsgütern würden derzeit nur die Straßen verstopfen. "Wer helfen möchte, sollte aktuell am besten an eine Hilfsorganisation spenden und abwarten", erklärt Steier.

MDR (al)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 26. Februar 2022 | 19:00 Uhr

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