Autobahn wieder frei Protestaktion an A4 bei Dresden beendet

Mehr als fünf Stunden haben Anhänger der "Aktion Autofrei" die Autobahn A4 bei Dresden blockiert. Sie seilten sich von einer Brücke ab und forderten auf einem Transparent eine Verkehrswende und den Stopp des Ausbaus der A49 in Hessen. Die Polizei beendete die Aktion. Innen- und Verkehrsminister sind sauer.

Polizisten seilen Aktivisten von Brücke ab
SEK-Polizisten seilten die beiden Umwelt-Aktivisten ab. Bildrechte: Tino Plunert

Die Protestaktion an der Autobahn 4 bei Dresden ist beendet. Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, wurden die beiden Männer, die sich von einer Brücke abgeseilt hatten, geborgen. Beide seien unverletzt. Experten der Höhenrettung der Polizei lösten sie nacheinander aus den verknoteten Seilen und seilten die Beiden von der Brücke ab. Dabei kam auch eine Hubbühne zum Einsatz. "Freiwillig wollten sie nicht weg", erläuterte ein Polizeisprecher. Gegen die beiden 24 und 40 Jahre alten Männer wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

Protest Teil einer bundesweiten Aktion

Protestaktion an Autobahn 4 bei Dresden
Bildrechte: Tino Plunert

Der Verkehr ist laut Polizei in beiden Richtungen wieder freigegeben worden. Die zwei Anhänger der "Aktion Autofrei" hatten die Autobahn seit dem Morgen blockiert. Sie forderten auf einem Transparent eine Verkehrswende. Ein Sprecher der Gruppe sagte MDR SACHSEN, man protestiere dagegen, dass noch neue Autobahnen gebaut werden. Konkret richtete sich die Aktion auch gegen den Ausbau der A49 in Hessen. Ähnliche Aktionen fanden bundesweit an verschiedenen Autobahnen statt. Auch auf der A4 bei Jena seilten sich Umweltaktivisten von einer Brücke ab.

Innen-und Verkehrsminister sind sauer

Sachsens Innenminister Roland Wöller sagte, die Aktion auf der A4 habe nichts mehr mit legitimem Protest zu tun. Sie sei eine kriminelle Handlung, die Menschenleben aufs Spiel setze und den Straßenverkehr gefährde. Durch die Verkehrsbehinderungen entstehe zudem ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden, so der CDU-Politiker. Auch Verkehrsminister Martin Dulig erklärte, er habe zwar Verständnis für das Thema Klimaschutz, solche Aktionen seien aber inakzeptabel. "Diese Art des Protestes gefährdet Menschenleben und stellt einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr dar. Ich habe dafür null Verständnis", sagte der SPD-Politiker.

Mehr als 20 Kilometer Stau auf A4

Protestaktion an Autobahn 4 bei Dresden
Bildrechte: Roland Halkasch

Die Autobahn war von der Polizei in beiden Fahrtrichtungen zwischen Dresden-West und Dresden-Altstadt aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Der Verkehr staute sich über mehrere Stunden auf einer Länge von mehr als 20 Kilometern. Auch auf der A17 kam es zu einem langen Rückstau.

Die Organisation "Extinction Rebellion" hatte zuvor angekündigt, den Waren- und Güterverkehr mit Blockadeaktionen zu behindern. Damit solle auf die drohende Klimakrise aufmerksam gemacht werden. Außerdem fordern sie einen Ausbaustopp für die A49. In Hessen soll durch den Dannenröder Forst bei Stadtallendorf ein Teilstück der Autobahn 49 laufen. Dafür sollen 85 Hektar des rund 1.000 Hektar umfassenden Waldes gerodet werden. Er gilt als ökologisch wertvoll.

Quelle: MDR/lam/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.11.2020 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

54 Kommentare

Freiheit stirbt mit Sicherheit vor 29 Wochen

"Forderungen wie Ihre grenzen an Denunziation und wer sich davon angezogen fühlt (oder nach ihrem Wortlaut "in die Fänge von..." gertrieben würde), macht sich sein Leben verdammt einfach, was wiederum bestimmten politischen Verführern die Arbeit sehr erleichtert."

Anita, du hast es immer noch nicht begriffen! Dieser, meiner Ansicht nach, fleißige, ehrliche Mann erläutert die Probleme im Ländle und du redest etwas von Rechtsstaalichkeit. Das ist genau das, was unser Problem ist und die Leute nicht mehr hören können! Wir schaffen uns damit ab, verstehst du das?

Anita L. vor 29 Wochen

Kann man. Zahlen Sie dann den Arbeitgebern den Ausfall ihrer Arbeitnehmer wegen einer ausgewachsenen Erkältung oder sogar schlimmeren Folgeerkrankungen?

Anita L. vor 29 Wochen

"In was für einen Land leben wir ist die sächsische Polizei nicht in der Lage eine illegale Demonstration aufzulösen und die Verantwortlichen Festzunehmen."

Das ist doch aber passiert. Die beiden wurden von der Brücke abgeseilt und in Gewahrsam genommen. Dass das nicht in zehn Minuten erledigt ist, ist doch logisch.

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