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Landgericht

Autofahrer wegen Tod eines Sechsjährigen in Dresden vor Gericht

Stand: 10. Februar 2021, 05:00 Uhr

Mit einem Plüsch-Koala, Kerzen und einer weiße Rose wurde am Unfallort an den verstorbenen Jungen erinnert. Bildrechte: Roland Halkasch

Fünf Monate nach dem Unfalltod eines sechsjährigen Jungen beginnt am Mittwoch vor dem Landgericht Dresden der Prozess gegen zwei 32 und 24 Jahre alte Männer. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, müssen sie sich wegen eines verbotenen Autorennens verantworten, bei dem 32-Jährigen mit dem Vorwurf der Todesfolge und bei dem 24-Jährigen mit dem Vorwurf der Gefährdung für Leib und Leben. Dem Älteren wird zudem fahrlässige Tötung zur Last gelegt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.

Auto erfasst Kind mit 89 Stundenkilometern

Am 22. August vergangenen Jahres sollen die Angeklagten auf der Budapester Straße nahe der Dresdner Innenstadt mit ihren Autos um die Wette gefahren sein. Das Auto des 32-Jährigen soll dabei den Sechsjährigen laut Staatsanwaltschaft mit mindestens 89 Kilometern pro Stunde erfasst haben, als das Kind die Fahrbahn vom Grünstreifen aus überquerte. Dabei wurde der Junge tödlich verletzt.

Als der Sechsjährige die Straße überqueren wollte, wurde er von dem vorbeifahrenden Auto erfasst. Bildrechte: Roland Halkasch

Tod bei regulärer Geschwindigkeit vermeidbar

Polizisten untersuchen die Unfallstelle auf der Budapester Straße in Dresden. Bildrechte: Roland Halkasch

"Die Verletzungen waren so schwer, dass der Junge noch vor Ort reanimiert werden musste", berichtete damals Michael Klahre von der Dresdner Feuerwehr MDR SACHSEN. Die Feuerwehr unterstützte an dem Abend den Rettungsdienst bei der medizinischen Versorgung und dem Transport des schwer verletzten Kindes. Der Sechsjährige starb wenig später im Krankenhaus. Laut Anklage wäre der Tod bei den erlaubten 50 Stundenkilometern vermeidbar gewesen.

Angeklagtem drohen bis zu zehn Jahre Haft

Der damals noch 31-Jährige wurde am Tag danach festgenommen und ist in Untersuchungshaft. Ihm drohen zwischen einem Jahr und zehn Jahren Freiheitsstrafe, dem Jüngeren eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Der 24-Jährige ist auf freiem Fuß. Beide sind nicht vorbestraft. Bis Mitte März sind vor dem Dresdner Landgericht insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt. Raserei und illegale Straßenrennen gelten seit 2017 in Deutschland als Straftat.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSENMDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.02.2021 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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