Modellprojekt Uniklinikum Dresden impft schwerkranke Patienten

Das Dresdner Universitätsklinikum impft seit heute schwerkranke Patienten in einer Spezialambulanz. Knapp 3.000 Impfdosen stehen für rund 1.500 Patientinnen und Patienten im Rahmen eines Modellprojektes zur Verfügung. Kommende Woche ziehen die Medizinischen Versorgungszentren in Dippoldiswalde und in Freital sowie das Städtische Klinikum Görlitz nach.

Patient bekommt Impfung von Arzt in einem Klinik-Zimmer.
Im Dresdner Universitätsklinikum werden in einem Corona-Modellprojekt 1.500 schwerkranke Patientinnen und Patienten geimpft. Bildrechte: Uniklinikum Dresden/Holger Ostermeyer

Das Dresdner Universitätsklinikum hat mit der Impfung schwerkranker Patienten in Spezialambulanzen begonnen. Das sächsische Sozialministerium hat dafür knapp 3.000 Dosen des Biontech-Impfstoffs übergeben. Darüber informierte das Uniklinikum in einer Mitteilung. Demnach könnte im Rahmen des Modellprojektes mit der Impfung von gefährdeten Krebspatienten und Patentinnen begonnen werden. Dabei handelt es sich um im Dresdner Uniklinikum behandelte Menschen, die entsprechend der Prioritätsregeln aktuell für eine Impfung vorgesehen sind, hieß es.

Eine Spritze wird aufgezogen
Schwerkranke Patienten des Uniklinikums erhalten ihre Impfungen vor Ort. Der Besuch eines Impfzentrums berge besonders für Krebspatienten eine große Gefahr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Weniger Gefährdung durch Impfung direkt am Uniklinikum

"Aufgrund ihrer schweren und häufig auch komplexen Erkrankungen sind viele Patientinnen und Patienten besonders gefährdet. Ihnen eine Impfung im Klinikum selbst anzubieten, vermittelt ihnen zusätzliche Sicherheit, denn niemand kennt sie besser als unsere Spezialisten", sagte Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. Eine Begleitung nach der Impfung sei ebenso möglich wie eine Beratung der Kranken. Insbesondere für Krebspatienten mit einem geschwächten Immunsystem gehe der Besuch von Impfzentren mit einem hohen Risiko einher und löse deshalb bei vielen Betroffenen Ängste aus.

Prof. Dr. Michael Albrecht / Medizinischer Vorstand Universitätsklinikum Dresden
Michael Albrecht, medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden Bildrechte: MDR Sachsen

Dippoldiswalde, Freital und Görlitz ziehen nach

Das Modellprojekt in Dresden ist eines von vier Vorhaben im Raum Ostsachsen. In der kommenden Woche beginnen auch in den Medizinischen Versorgungszentren in Dippoldiswalde und Freital sowie in der Notaufnahme des Städtischen Klinikums Görlitz die Impfungen schwerkranker Patienten. Wie Dresden erhalten die Ambulanzen und die Notaufnahme jeweils 3.000 Impfdosen für 1.500 Patienten und Patientinnen. Insgesamt stellt das Sozialministerium 12.000 Dosen des Vakzins zur Verfügung.

Verteilung durch Klinikapotheke in Dresden

Die Verteilung des Impfstoffs für die anderen am Modellprojekt teilnehmenden Einrichtungen erfolgt über die Klinikapotheke des Dresdner Uniklinikums. "Damit erfüllt die von der Klinikum betriebene Corona Krankenhausleitstelle Dresden/Ostsachsen neben der Steuerung der Krankenhausbetten von 35 regionalen Kliniken eine weitere wichtige Aufgabe bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie", hieß es.

Quelle: MDR/kt

10 Kommentare

Critica vor 11 Wochen

Felix, Sie haben Recht, aber die "pandemische Lage von nationaler Tragweite" spricht eine andere Sprache.
Selbst bei banalen Grippeimpfungen wird zuvor gefragt, ob man in den letzten Tagen keinen Schnupfen o.ä. hatte.
Genau das, was Sie beschreiben, müsste vor jeder Impfung abgefragt werden..
Bei dieser Pandemie spielen allerdings auch andere Dinge eine wichtige Rolle, siehe Maskenaffäre. Und ich bin mir sicher, dass sich die Affären ausweiten werten, z.B. Teststäbchenaffären, Impfstoffaffären, und was wohl noch alles dem Volk zugemutet wird.
(für mdr: Quelle Ich)

Critica vor 11 Wochen

Hugo, es wird immer gesagt, beim Impfen bekommt der Mensch "ein bisschen Corona" verabreicht, um Antikörper zu bilden.
Ein krebskranker Mensch (und auch Menschen mit anderen Erkrankungen) hat kein intaktes Immunsystem, das zusätzlich noch Antikörper gegen eine Coronaerkrankung bilden könnte.
Deshalb sollte jeder ganz genau abwägen, ob er diese Impfung seinem Immunsystem zumutet und sich nicht - von wem auch immer - zur Impfung drängen lassen.

Critica vor 11 Wochen

BILD meldet heute, dass Frau Merkel bereits eine Woche vor Veröffentlichung von der Ständigen Impfkommission vor der Impfung der Bevölkerung mit AstraZeneca gewarnt wurde.
Bis zur Bekanntmachung wurden noch zehntausende Menschen geimpft.
Soll man so noch Vertrauen in die Regierung samt ihrer Maßnahmen haben?

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