Urteil Geld- und Bewährungsstrafen im Hooligan-Prozess in Dresden

Bengalisches Feuer im Dresdner Fanblock
Rund zweieinhalb Jahre war die "Faust des Ostens" im Fanblock von Dynamo Dresden präsent. Bildrechte: IMAGO / Robert Michael

Das Landgericht Dresden hat am Dienstag drei Mitglieder der rechtsextremen Hooligan-Gruppierung "Faust des Ostens" zu Geld- und Bewährungssstrafen verurteilt. Die Staatsschutzkammer sah es als erwiesen an, dass die heute zwischen 31 und 37 Jahre alten Männer Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung waren. Sie waren zudem wegen Beteiligung an Gewalttaten sowie gefährlicher Körperverletzung und schweren Bandendiebstahls angeklagt.

Ins Gefängnis muss keiner

Die beiden jüngeren Männer erhielten jeweils Geldstrafen von 1.500 Euro. Bei ihnen wurde Jugendstrafrecht angewandt, weil sie zum Tatzeitpunkt Heranwachsende waren. Für den älteren Angeklagten lautete das Urteil sieben Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. Die Verfahren gegen zwei weitere mutmaßliche Rädelsführer waren bereits zuvor abgetrennt und eingestellt worden, in einem Fall gegen Zahlung einer Geldauflage.

Prozess jahrelang verschleppt

Das Gericht folgte mit seinen Urteilen weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Strafen fielen vor allem deshalb vergleichsweise milde aus, weil das Verfahren jahrelang verschleppt worden war. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Sommer 2013 Anklage erhoben, der Prozess aber erst im März dieses Jahres begonnen. Das Landgericht Dresden hatte dies mit Überlastung und anderen Verfahren begründet.

Gewalttaten im Umfeld von Fußballspielen

Hooligans
Hooligans sind vor allem auf Gewalt und "Action" am Rande von Fußballspielen aus. Bildrechte: Colourbox.de

Die rechtsextreme "Faust des Ostens" war am 20. April 2010 gegründet worden. Die etwa 80 Mitglieder waren bekennende Fans des Fußballvereins Dynamo Dresden. In den rund zweieinhalb Jahren ihres Bestehens plante die Gruppe unter anderem Übergriffe auf Fans anderer Mannschaften, Polizisten und Ausländer, sie griff im Stadion Ordner und Zuschauer an. Zwei der Angeklagten gestanden im Prozess, an Attacken auf ausländische Diskobesucher und Anhänger des FC Erzgebirge Aue beteiligt gewesen zu sein. Der dritte Angeklagte räumte seine Mitgliedschaft in der Gruppe und die mögliche Beteiligung an einem Übergriff ein.

Sozialdemokraten: Verfahren müssen schneller werden

Die SPD im Sächsischen Landtag kritisierte nach der Urteilsverkündung das lange Verfahren. Ihr Sprecher für demokratische Kultur, Henning Homann, sagte, erst sei zu lange weggeschaut, dann zu langsam ermittelt und anschließend der Prozess verzögert worden. Am Ende stünden nun Urteile, die den massiven Straftaten dieser auch aus rechtsextremen Motiven handelnden kriminellen Vereinigung überhaupt nicht gerecht würden. Schnellere Verfahren hätten eindeutig zu gerechten Urteilen geführt, erklärte Homann.

Quelle: MDR/stt/dpa/epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 11. Mai 2021 | 08:30 Uhr

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