Reaktionen Hassmails und Morddrohungen gegen Inhaber der "Veganen Fleischerei" in Dresden

28. Januar 2023, 18:00 Uhr

Die Eröffnung der "Veganen Fleischerei" in Dresden hat bundesweit und sogar in Nachbarländern zu vielen Reaktionen geführt. Die Inhaber haben neben Zuspruch auch Hass im Netz bis hin zu Morddrohungen erfahren. Künftig wollen sie die Drohungen rigoros anzeigen.

Die Inhaber der in Dresden neu eröffneten "Veganen Fleischerei" haben neben positiven Rückmeldungen auch viel Hass und sogar Morddrohungen erfahren. "Auf Facebook und Twitter kam natürlich sehr viel Hass und negatives Feedback", erklärte Nils Steiger, Mitgründer der "Veganen Fleischerei" MDR SACHSEN. Auch per Mail habe sich ein Mann gemeldet, der sich "'ein baldiges Ableben unseres sinnlosen Daseins' gewünscht hat". Ebenso habe es Nachrichten gegeben, dass "wir alle an den Strick gehören". Kleine Anmerkungen, dass die Fleischerei eigentlich "Gemüseladen" heißen sollte, seien noch die angenehmsten kritischen Kommentare gewesen.

Reaktionen sogar aus der Schweiz und Holland

Laut Steiger hat man vor allem mit Reaktionen aus der Region Dresden gerechnet, nicht aber mit bundesweiten Rückmeldungen. "Sogar die Ostschweizer Fleischereiinnung hat sich echauffiert, dass wir Fleischerei heißen." Negatives Feedback und Hass komme aus allen Ecken in Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar Holland. "Das haben wir nicht gedacht", sagte Steiger.

Inhaber wollen Drohungen anzeigen

Gleichzeitig habe man zwar mit negativen Reaktionen, nicht aber Drohungen gerechnet. "Wir wussten, dass es Leute ärgern wird, wenn wir Fleischerei heißen", erklärte der 27-Jährige. Doch dass es zu Drohungen kommen würde, habe man bislang nicht einkalkuliert. In Zukunft wollen die Inhaber strafrechtliche relevante Drohungen anzeigen. "Anfangs wollten wir einfach nur alles löschen. Doch jetzt haben wir uns entschlossen, Bedrohungen anzeigen."

Produkte müssen umbenannt werden

Auch andere Unwägbarkeiten haben die "Vegane Fleischerei" bereits erreicht. Vor wenigen Tagen hatte die Lebensmittelaufsicht angeordnet, dass zwölf Gerichte des Sortiments umbenannt werden sollen.

Die Kennzeichnungsregelung der EU schreibt vor, dass Lebensmittel so zu bezeichnen sind, dass Verbraucher bei ihrem Einkauf eine qualifizierte Wahl treffen können und insbesondere nicht über die Eigenschaften veganer und vegetarischer Lebensmittel getäuscht werden.

Die "Vegane Fleischerei" werde versuchen, den "Rahmen des Möglichen auszunutzen" und aus verbraucherfreundlichen Gründen so nah wie möglich an dem ursprünglichen Produktnamen zu bleiben, hieß es.

MDR (tom)

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