Fachkräftemangel Dresdner Verkehrsbetriebe warten auf Busfahrer aus Serbien

Ein Bus der Dresdner Verkehrsbetriebe
Enormer Bedarf an Fachkräften: Etwa 600 Stellen werden laut Schätzungen bis 2028 bei den Dresdner Verkehrsbetrieben vakant. Bildrechte: imago/momentphoto/Killig

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) warten noch immer auf 13 Busfahrer aus Serbien. Grund sind fehlende Aufenthaltsgenehmigungen. Die Fachkräfte sollten eigentlich seit Februar vergangenen Jahres das Fahrpersonal verstärken. "Wegen der Corona-Pandemie und den strikten Ausgangssperren in Serbien kam das Vorhaben jedoch ins Stocken", erklärte DVB-Sprecher Falk Lösch. Es erweise sich zudem als schwierig, dass Serbien kein EU-Mitgliedsstaat ist. Die Fachkräfte, die älter als 45 Jahre sind, müssten nachweisen, dass sie im Falle einer Rente die Grundsicherung allein stemmen könnten - also nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Die EU wolle damit verhindern, dass jemand hier ein oder zwei Jahre arbeitet, dann aber eine ganz normale Rente bekommt.

Markt wegen Fachkräftemangel wie leergefegt

Die DVB hatten sich wegen des Fachkräftemangels seit 2019 um die Busfahrer aus Serbien bemüht. Allein bis 2028 werden nach Prognosen des Verkehrsbetriebes etwa 600 Stellen in Dresden und Umgebung benötigt. Dresden wächst - und damit auch der Nahverkehr. Zudem verabschieden sich viele Kolleginnen und Kollegen in die Rente.

Erste Busfahrer sollen im Sommer kommen

Sieben der 13 Busfahrer sollen im Sommer ihre Aufenthaltsgenehmigung erhalten und nach Dresden kommen. Dabei handelt es sich um die Männer unter 45 Jahren. Sie müssen den Nachweis zur Grundsicherung nicht erbringen. Der geforderte Nachweis zur Grundsicherung gilt den Angaben zufolge nur für Nicht-EU-Bürger ab dem 46. Lebensjahr. In diesen Fällen werde angezweifelt, dass die Einreisenden eine ausreichend lange Zeit in die Sozialsysteme einzahlen. Die Arbeitsverträge mit den DVB seien jedenfalls unterschrieben, erklärte Lösch. Ob und wann die über 45-jährigen Busfahrer ihre Erlaubnis erhalten, sei bislang unklar. Dies hänge von ihnen persönlich ab, ob es ihnen gelinge ihre Grundsicherung nachzuweisen. Das könne sich jedoch als schwierig erweisen, das Einkommenspotenzial sei in Serbien viel niedriger als in Deutschland.

Pandemie hat den Markt verändert

Nach Jahren des Fachkräftemangels hat die Corona-Pandemie den Markt jetzt ein wenig verändert. Viele ehemalige Angestellte von privaten Reiseunternehmen suchen nach sicheren Arbeitsverhältnissen mit Perspektive. Vielleicht kann damit dem Fachkräftemangel bei den Verkehrsbetrieben begegnet werden. "In Zukunft wollen wir weiter verstärkt in Deutschland und Europa nach Fachkräften suchen", erklärte jedenfalls DVB-Sprecher Lösch.

Quelle: MDR/fg/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.03.2021 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

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