"Respekt durch Rücksicht" Viele Verstöße gegen Verkehrssicherheit in Dresden registriert

"Respekt durch Rücksicht" heißt eine Verkehrssicherheitsaktion der Polizeidirektion Dresden. Zwei Wochen wurde dabei auch an Orten kontrolliert, die Bürger als Schwerpunkte genannt hatten. Dabei erwischte die Polizei zahlreiche Sünder auf vier und zwei Rädern.

Fahrradstaffel der Polizei
Zum Start der Aktion wurde auf der Chemnitzer Straße in Dresden der Seitenabstand beim Überholen von Radfahrern kontrolliert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Polizeidirektion Dresden hat nach zwei Wochen ihre Verkehrssicherheitsaktion "Respekt durch Rücksicht" beendet. Wie sie in eine Bilanz am Montag mitteilte, wurden an insgesamt 30 Standorten in Dresden rund 350 Autos und fast 550 Fahrräder kontrolliert. Im Einsatz waren auch Beamte der Fahrradgruppe und Bereitschaftspolizisten.

Rotlichtsünder und falsche Fahrtrichtung

Die Beamten stellten gut 680 Verstöße fest. Besonders viele kontrollierte Autofahrer, insgesamt 111, hatten demnach rote Ampeln ignoriert, am Steuer telefoniert (95) oder sich als Gurtmuffel (71) erwiesen. Bei den Radlern stand das fahren entgegen der zulässigen Fahrtrichtung ganz oben auf der Hitliste der Verstöße (208), in 137 Fällen wurde verbotenerweise der Gehweg genutzt. 66 Radfahrer ließen sich auch von roten Ampeln nicht aufhalten und 60 fuhren lieber auf der Straße als auf dem Radweg daneben. Neben der Verkehrssicherheit wurde auch die Geschwindigkeit kontrolliert. Hier waren von 5.600 gemessenen Fahrzeugen fast 400 zu schnell unterwegs.

Bürgerhinweise zu Verkehrsschwerpunkten

Ziel der Kontrollaktion war, die Sicherheit des Radverkehrs im Stadtgebiet von Dresden zu verbessern - gerade im Frühjahr, wenn wieder mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die Besonderheit: Kontrolliert wurde nicht an willkürlich gewählten Orten, sondern zum größten Teil an Stellen, die Bürger als Schwerpunkte genannt hatten. Fast 1.500 entsprechende Hinweise waren über das Bürgerbeteiligungsportal des Freistaates Sachsen eingegangen und wurden von der Polizei aufgegriffen. Der Leiter der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion, Gerald Baier, sagte, die Hinweise würden auch bei künftigen Kontrollen berücksichtigt. Im Oktober soll es unter dem Motto "Respekt durch Rücksicht erneut Kontroll-Wochen geben.

Ich hoffe, dass wir viele Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger sensibilisieren konnten, rücksichtsvoll zu den jeweils anderen Verkehrsteilnehmern zu sein. Dann hätten wir das Ziel der Aktion erreicht.

Gerald Baier Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Dresden

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 18. Mai 2021 | 06:30 Uhr

2 Kommentare

Christoph100 vor 5 Wochen

Ich habe viel Fahrpraxis, so ca. 3,5 Mio km in vielen Ländern Europas. Manche Dresdner (ich bin Zugereister) haben mM nach einen ziemlich versauten Fahrstil, nach dem Motto "jetzt komm erst mal ich und dann lange nichts und dann die Anderen" - wenn man sich in Dresden an die Geschwindigkeit plus 5-10 km/h hält, wird man als Bremser betrachtet und beschimpft, besonders wenn man ein ausländisches Kennzeichen hat. Was das wohl über die Bevölkerung aussagt?

dsommer vor 5 Wochen

Vielleicht könnten die Polizeibeamten mal in ihren eigenen Reihen mit den Belehrungen anfangen. In letzter Zeit ist immer wieder zu beobachten, wie gerade diese ihre Fahrzeuge gern mal mitten auf den Rad- oder Fußweg stellen, obwohl ein paar Meter weiter Parkflächen frei sind. Wenn man dann nachfragt wird schnippisch auf "Sonderrechte" verwiesen. Als würden diese vom Denken entbinden... Genau verhält sich das Ordnungsamt, was auch gern mal vor der Sparkasse oder dem Imbiss im Parkverbot steht.

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen

Nikolaikirche Löbau
Löbau liegt an der Einmündung der Seltenrein ins Löbauer Wasser, einem Zufluss der Spree. Bildrechte: Ev.-luth. Kirchgemeinde Löbau