Fahndungserfolg Juwelendiebstahl aus Grünem Gewölbe: Vier weitere Verdächtige gefunden

Sie sollen am Tag vor dem Einbruch ins Grüne Gewölbe Dresden den Tatort ausgespäht haben. Die Polizei suchte öffentlich mit Bildern, die eine Videokamera von vier verdächtigen Männern aufgenommen hatte. Die wurden nun gefunden und befragt. Insgesamt gibt es jtzt fünf Hauptbeschuldigte, die die Juwelen gestohlen haben sollen und diese vier Helfer als Verdächtige. Nur von der unschätzbar wertvollen Beute fehlt jede Spur.

Der Pretiosensaal im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Residenzschloß.
Im November 2019 brachen Unbekannte ins Grüne Gewölbe ein und zerstörten iene Glasvitrine. Dann griffen sie isch Schmuckstücke daraus und flohen. Bildrechte: dpa

Die Polizei hat nach öffentlicher Fahndung vier weitere Tatverdächtige identifiziert, die mit dem Einbruch ins Grüne Gewölbe zu tun haben sollen. Gegen die vier Männer wird wegen des Anfangsverdachts der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl ermittelt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Dresden mit. Demnach handelt es sich bei den Männern um zwei Deutsche, 28 und 35 Jahre alt, einen 37 Jahre alten Polen und einen 24-Jährigen mit deutscher und polnischer Staatsangehörigkeit. Sie wurden vernommen, haben sich laut Staatsanwaltschaft auch geäußert, wurden aber nicht verhaftet.

Zu viert als Spähtrupp im Museum?

Das Quartett soll den Einbruch und Diebstahl der Juwelen vorbereitet haben, indem es den Tatort einen Tag zuvor im Historischen Grünen Gewölbe am 24. November 2019 zwischen 12:57 Uhr und 13:10 Uhr ausgespäht hatte. Ihre dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen die Helfer den an der unmittelbaren Tatausführung beteiligten Beschuldigten zur Verfügung gestellt haben, so die Ermittler. Nach den vier Männern hatte die Polizei seit 11. März 2021 öffentlich gesucht. Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt sagte, dass daraufhin 25 Hinweise eingegangen sind. Wie und wo die vier Verdächtigen ausfindig gemacht worden sind, sagte Schmidt trotz Nachfragen von MDR SACHSEN nicht.

Fünf Hauptverdächtige schweigen

In Untersuchungshaft in Dresden sitzen derzeit fünf Hauptbeschuldigte. Sie schweigen sich aus, so die Staatsanwaltschaft. Sie wurden im November und Dezember 2020 sowie im Mai 2021 in Berlin verhaftet. Für drei der fünf dringend Tatverdächtigen ordneten die Richter erst am 7. Juli eine Verlängerung der Untersuchungshaftzeit nach sechs Monaten an. Es bestehe Fluchtgefahr und Verdunklungsgefahr, hieß es zur Begründung.

Die Täter hatten aus dem sächsischen Schatzkammermuseum am 25. November 2019 Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten des 17. und 18. Jahrhunderts von kaum schätzbarem Wert erbeutet. Wo die Beute ist, ist derzeit unklar. Kunsthändler halten die Beute auf dem Kunstmarkt für unverkäuflich.

Es gibt aktuell keine heiße Spur zum gestohlenen Schmuck.

Jürgen Schmidt Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden

Außerdem sollen die fünf Hauptverdächtigen ihr Fluchtauto in einer Tiefgarage in Dresden-Pieschen angezündet und damit erheblichen Sachschaden verursacht haben. Dabei nahmen sie auch in Kauf, dass mehrere Hausbewohner und Familien, die über der Tiefgarage wohnen, in Gefahr gerieten.

Vitrine im Grünen Gewölbe
Aus dieser Vitirine stahlen die Juwelendiebe 2019 wertvollen Schmuck. Bildrechte: picture alliance/dpa/Staatliche Kunstsammlungen Dresden | Alexander Peitz

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 08. Juli 2021 | 14:00 Uhr

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