13. Februar Dresden mahnt und erinnert: Gedenktag für Opfer des Zweiten Weltkrieges

Jedes Jahr im Februar erinnern Menschen in Dresden an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Auch in diesem Jahr ist das Gedenken von der Corona-Pandemie beeinflusst. Trotzdem finden Friedensgebete, stilles Gedenken, Kranzniederlegungen und eine speziellen Menschenkette statt. Es wurden auch zahlreiche Versammlungen und Demonstrationen angemeldet.

Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung stehen auf dem Nordfriedhof.
Mit einer Kranzniederlegung auf dem Nordfriedhof starteten am Sonntagvormittag die Gedenkveranstaltungen. Bildrechte: dpa

Dresden erinnert am Sonntag mit zahlreichen Veranstaltungen an die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Der Gedenktag steht unter dem Motto "Erinnern für eine Zukunft des friedlichen Miteinanders in Vielfalt". Geplant sind Konzerte, stilles öffentliches Gedenken, Stadtrundgänge, Vorträge und Kunstprojekte. Zahlreiche Versammlungen und Demonstrationen bürgerlicher Bündnisse, Parteien und von linker Seite wurden angemeldet. Sie stehen im Kontrast zu einem Aufmarsch Rechtsextremer in der Stadt. Höhepunkt soll am Sonntagabend die traditionelle Menschenkette werden. Sie gilt als ein Zeichen für Frieden, Demokratie und Menschenrechte.

Im stillen Gedenken gehören die Plätze der Stadt am 13. Februar uns allen, die wir einstehen für Menschlichkeit, Demokratie und unser aller Verantwortung für unser Gemeinwesen.

AG 13. Februar aus dem Aufruf zur Menschenkette am 13. Februar 2022

Bis zu 3.000 Personen für Menschenkette möglich

Coronabedingt wird die Menschenkette etwas anders organisiert, als es seit 2010 üblich war: Geplant ist die Aufstellung zur Menschenkette ab 16:30 Uhr im Abstand von eineinhalb Metern zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dem Altmarkt und Neumarkt. Der Sicherheitsabstand soll mit gelben Distanzbändern gewährleistet werden. Gegen 18 Uhr ist die Schließung der Kette zwischen Neumarkt und Altmarkt über die Wilsdruffer Straße geplant. Auf einer Länge von 4,5 Kilometern könnten so rund 3.000 Personen mit Mund-Nasen-Schutz an der Menschenkette teilnehmen, hieß es. Zum Auftakt der Menschenkette gibt es um 17 Uhr eine Veranstaltung in der Dresdner Kreuzkirche, unter anderem mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

Wenn wieder alle Glocken läuten

Traditionell läuten am Abend des 13. Februar in Dresden zwei Mal alle Glocken der Stadt. Um 18 Uhr läuten sie zehn Minuten lang, wenn die Menschenkette die Altstadt umschließt. Ein zweites Mal läuten sie um 21:45 Uhr, zum Zeitpunkt des ersten Bombenangriffs auf Dresden am 13. Februar 1945. Danach lädt die Frauenkirche zu einer "Nacht der Stille" ein.

Das Gedenken um Dresden - schwierige Erinnerungskultur - Am 13. Februar 1945 und in den Tagen darauf hatten britische und US-amerikanische Bomber Teile Dresdens zerstört.
- Die Zahl der Opfer konnte nie genau ermittelt werden. Nach Erkenntnissen einer Expertenkommission kamen bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Eine Fläche von zwölf Quadratkilometern wurde vollständig zerstört.
- Der Jahrestag wird seit Jahren von Rechtsextremisten instrumentalisiert, um die deutsche Schuld am Krieg zu relativieren und den Alliierten gegen Nazi-Deutschland Kriegsverbrechen vorzuwerfen.
- Dagegen wehren sich bürgerliche Bündnisse, Parteien und die Stadtgesellschaft und erinnern in zahlreichen Veranstaltungen an alle Weltkriegsopfer und an die sinnlose Zerstörung durch Faschismus und Krieg.

Großeinsatz der Polizei und Bundespolizei

Unterdessen bereitet sich die Polizei Dresden auf einen Großeinsatz vor. Am Sonntag werde man von der sächsischen Bereitschaftspolizei sowie Beamten aus Bremen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und von der Bundespolizei unterstützt, teilte die Polizeidirektion Dresden mit. Der Jahrestag werde regelmäßig von Rechtsextremisten instrumentalisiert. "Wir rechnen mit mehreren Hundert Personen, die am rechten Aufzug teilnehmen werden. Eine Anreise aus dem Ausland wird nur in Einzelfällen erwartet. Wir werden den Aufzug mit starken Kräften begleiten", sagte der Dresdner Polizeipräsident Jörg Kubiessa.

Die Abwehr von Gefahren und Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung habe bei den An- bzw. Abreisen "für alle Reisenden auf den Verkehrswegen der Bahn hohe Priorität", betonte die Bundespolizei. Entsprechend würde Personal auf den großen Bahnhöfen Dresdens und in relevanten Zügen verstärkt.

Verfassungsschutz warnt vor Rechtsextremen

Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz wies darauf hin, dass die Kundgebung der Rechtsextremen zum Dresden-Gedenken in der Szene weiter als "Pflichtveranstaltung" gilt. Deshalb würden erneut Mitglieder von Parteien wie "Der Dritte Weg" der NPD und weiteren Neonazis am geplanten "Gedenkmarsch" durch die Dresdner Innenstadt teilnehmen, hieß es. Gerechnet werde mit bis zu 1.000 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet.

Quelle: MDR (kk)/dpa/epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 13. Februar 2022 | 19:00 Uhr

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