Radtourismus ADFC fordert Ausbau des Radwegnetzes in Sachsen

Der Elberadweg gehört zu den landschaftlich wohl attraktivsten Radwegen in Deutschland. Doch die Beliebtheit sinkt, warnt der ADFC. Um Sachsen für radfahrende Urlauberrinnen und Urlauber attraktiver zu machen, fordert der Verband einen Ausbau des Radnetzes im Freistaat.

Elberadweg - Dresdner Altstadtsilhouette im sommerlichen Abebndlicht
Bildrechte: imago images/Sylvio Dittrich

Der Elberadweg führt weiterhin die Liste der beliebtesten Fernradwege in Deutschland an. Das ist das Ergebnis der Radreiseanalyse 2021 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), die Anfang März vorgestellt wurde. Bereits zum 15. Mal landete die Route auf dem Spitzenplatz. Allerdings holten die Konkurrenten deutlich auf, so der ADFC. In Sachsen gebe es viel Nachholbedarf, was den Ausbau des Radnetzes angeht.

ADFC sieht Lücken und Mängel im Radnetz

Der Fernradweg entlang der Elbe bekommt zunehmend Konkurrenz, meinte Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. "Die Lücken und Mängel des sächsischen Radwegenetzes machen sich auch im Radtourismus bemerkbar", so Krause.

Im Gegensatz zu Wäldern, Schlössern und Kultur existiert ein Großteil des Radwegenetzes nur auf dem Papier.

Konrad Krause Geschäftsführer ADFC Sachsen

Im Jahr 2013 war der Elberadweg noch bei jedem Sechsten der beliebteste Radfernweg. Bei der aktuellen Befragung sank der Wert auf 6,7 Prozent, so der ADFC. Andere Radfernwege in Sachsen, wie der Mulderadweg oder der Oder-Neiße-Radweg hätten es nicht unter die bundesweiten Top 10 geschafft.

Elberadweg Der Radweg ist auf deutscher Seite fast 800 Kilometer lang und führt von der Sächsischen Schweiz über Dresden, Magdeburg und Hamburg bis nach Cuxhaven.

Landschaftliche Attraktionen allein reichen nicht

Sachsen habe "wunderbare Landschaften und tolle touristische Highlights anzubieten", so Krause. "Doch im Gegensatz zu Wäldern, Schlössern und Kultur existiert ein Großteil des Radwegenetzes nur auf dem Papier." Um das wirtschaftliche Potential des Radtourismus hier nutzen zu können, brauche es ein Radwegenetz aus einem Guss. Vor allem die Anbindung des Elberadwegs an andere Regionen sei ein Problem, sagte Krause MDR SACHSEN. So verstehe sich beispielsweise die Oberlausitz als Radregion mit dem Spree- oder Neiße-Radweg, es gebe aber keine komfortable Verbindungen zur Elbe.

Ausbau der Verkehrssicherheit und Infrastruktur

Sachsen fehle die Koordination radtouristischer Produkte und Aktivitäten, so der ADFC. Auch gebe es Nachholbedarf bei der Verkehrssicherheit und Infrastruktur. Bei der Planung von Tagesausflügen stehe der Radreiseanalyse zufolge die Qualität der Infrastruktur im Mittelpunkt. 70 Prozent der Befragten gaben an, dass eine gute Befahrbarkeit der Wege für sie entscheidend ist bei der Wahl einer Route, 66 Prozent legen zudem Wert auf gute Verkehrssicherheit.

Damit der Freistaat nicht den Anschluss verliere, müssen man dort nachbessern, wo noch Mängel im Radwegenetz bestehen. "Wir dürfen uns auf dem Erreichten nicht ausruhen. Sonst wird es nichts mit dem Fahrradland Sachsen", so Krause.

MDR (bj/suckut)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten Studio Dresden | 17. März 2022 | 07:30 Uhr

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