Juwelendiebstahl Grünes Gewölbe Ein Jahr nach Tat: Wachpersonal weiterhin im Visier

Im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe werden noch zwei tatverdächtige Mitglieder des Remmo-Clans gesucht. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat bis Dienstag 81 Hinweise zu ihrem Verbleib erhalten. Sie ermittelt auch weiter gegen das Wachpersonal.

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe.
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Die Staatsanwaltschaft Dresden hat bisher, Stand 24. November, 81 Hinweise in Bezug auf die gesuchten Remmo-Zwillinge erhalten. Die Fahndung laufe mit Hochdruck, so Sprecher Jürgen Schmidt zu MDR SACHSEN. Zur gestohlenen Kunst gebe es immer noch keine Spur, so der Oberstaatsanwalt. Die 21-jährigen Tatverdächtigen werden inzwischen auch mit Hilfe von Interpol gesucht.

Welche Rolle spielten Wachleute?

Jürgen Schmidt, Staatsanwaltschaft Dresden, während eines Interviews.
Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Weiterhin im Visier der Justiz sind vier Personen des Wachpersonals. "Gegen zwei Wachleute wurde Strafanzeige durch eine Privatperson erstattet." Dabei ginge es im Wesentlichen um den Vorwurf, die Betreffenden hätten während des Einbruchs nicht adäquat reagiert und den Diebstahl nicht verhindert, so Schmidt weiter. Zu Einzelheiten könne die Behörde aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen werden.

Bei zwei anderen Wachpersonen ermittle man weiter wegen einer mutmaßlichen "Handlung in Bezug auf die Alarmanlage", durch die der Diebstahl begünstigt worden sein könnte. Auch der Vorwurf einer der beiden Wachleute habe den Tätern geholfen, stehe noch im Raum. "Es besteht kein dringender Tatverdacht. Der Anfangsverdacht ist aber weiterhin gegeben und nicht ausgeräumt", erklärte Schmidt MDR SACHSEN.

Einer dieser Personen liegt weiterhin zur Last, die Haupttäter unterstützt zu haben, indem sie diesen Unterlagen zu den Räumlichkeiten des Grünen Gewölbes und zu den Sicherheitssystemen übergeben haben soll.

Jürgen Schmidt Staatsanwaltschaft Dresden

Einbruch vor einem Jahr

Bei einer Razzia in Berlin im Zuge der Ermittlungen zum Juwelendiebstahl waren Mitte des Monats bereits drei Männer im Alter von 23 und 26 Jahren als dringend tatverdächtig festgenommen worden. Sie kamen unter dem Verdacht des schweren Bandendiebstahls und der schweren Brandstiftung in Untersuchungshaft. Die insgesamt fünf jungen Männer sollen direkt an dem Diebstahl der Schmuckstücke beteiligt gewesen sein.

Am 25. November 2019 waren Unbekannte am frühen Morgen in das Residenzschloss in Dresden eingebrochen und hatten wertvolle Juwelen einer historischen Kollektion gestohlen. Dazu hatten sie eine Vitrine mit roher Gewalt aufgebrochen. Die Stücke sind einmalig und von unschätzbarem Wert. Sie gelten als unverkäuflich.

Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.11.2020 | 08:00 Uhr in den Nachrichten

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