Sächsische Schweiz Aufräumarbeiten im Nationalpark spätestens ab August

Nach einem Hilferuf von Kommunen und Touristikern hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dem Nationalpark Sächsische Schweiz einen Besuch abgestattet. Hintergrund sind bedrohte und versperrte Wanderwege durch umgestürzte Bäume nach Dürre und Borkenkäferbefall. Kretschmer stellte Hilfe in Aussicht.

Baumschäden an Wanderweg durch den Schießgrund im Schrammsteingebiet in der Sächsischen Schweiz
Wie hier im Schrammsteingebiet gibt es in der Sächsischen Schweiz vielerorts Baumschäden an Wanderwegen. Bildrechte: IMAGO / Sylvio Dittrich

Bei einem Besuch im Nationalpark Sächsische Schweiz hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer rasche Hilfe bei notwendigen Aufräum- und Fällarbeiten angekündigt. Der Freistaat will entsprechende Kapazitäten und finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Details wurden nicht genannt. "Wir werden alles dafür tun, die Wege wieder freizuschneiden", sagte der CDU-Politiker. Das könne allerdings im Einzelfall eine Weile dauern, weil manche Wege mit schwerem Gerät schlecht zugänglich seien. Von März bis August könnten zudem aus Gründen des Naturschutzes keine schweren Arbeiten im Wald durchgeführt werden.

Borkenkäfer sorgt für Betretungsverbot

Bis August sollen die Behörden nach Vorstellung von Kretschmer die notwendigen Genehmigungen vorlegen, um dann rasch mit den Aufräum- und Fällarbeiten beginnen zu können. Zudem schlug der Bergsteigerbund ein Monitoringsystem am Wegenetz vor, das dafür sorgt, dass gefährdete Bäume entlang der Wanderwege außerhalb der Brut- und Vegetationszeit schon eher gefällt werden.

"Der Borkenkäfer hat extrem zugeschlagen", sagte der Regierungschef bei seinem Besuch in Bad Schandau. Sachsenforst und Nationalparkverwaltung hätten viel unternommen, um die Wege freizuschneiden. Sie seien aber nicht an jeder Stelle hinterhergekommen. Daher gebe es mancherorts ein Betretungsverbot.

Nebel steigt hinter der Basteibrücke im Elbsandsteingebirge im Nationalpark Sächsische Schweiz auf.
Bei Touristen beliebte Aussicht: die Basteibrücke im Elbsandsteingebirge. Bildrechte: dpa

Einschränkungen für Tourismus und gesperrte Rettungswege

Zuvor hatten sich Landrat Michael Geisler, mehrere Bürgermeister der Region sowie der Tourismusverband Sächsische Schweiz und der Sächsische Bergsteigerbund in einem Brief an Kretschmer gewandt. Sie sorgen sich um die Zukunft des Elbsandsteingebirges als Tourismusregion.

Fast 80 Prozent der Gäste kommen wegen des Wanderns, deswegen ist das Wegenetz die Basis für den Tourismus.

Tino Richter Vorsitzende des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz

Der aktuelle Zustand der Wege sei ein herber Rückschlag, so Tino Richter. "Wir fürchten um das Image der Region." Das Netz umfasst rund 400 Kilometer an Wanderwegen allein im Nationalpark.

Michael Geisler/CDU-Landratskandidat Sächsische schweiz-Osterzgebirge
Es sei Zeit zum Handeln, sagt Landrat Michael Geisler. Bildrechte: Daniel Förster

Der Tourismusverband Sächsische Schweiz rechnet auch in diesem Sommer mit zahlreichen Touristen in der Region. "Schon jetzt ist die Nachfrage groß", sagte Richter. Beliebt sind neben Ferienwohnungen vor allem Campingplätze und Urlaub mit dem Wohnmobil. Neben den Einschränkungen für den Tourismus machte Landrat Geisler auch Sicherheitsbedenken geltend. Durch die Sperrungen seien Rettungswege nicht passierbar, das Totholz könne zudem zu Waldbränden führen. "Es ist nicht mehr die Zeit zum Reden. Es ist Zeit zum Handeln."

Quellen: MDR, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 10. Juni 2021 | 17:00 Uhr

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