Stadtentwicklung Pirna schließt 200 Baulücken im Stadtgebiet

Jahr für Jahr entstehen in Pirna rund 50 neue Einfamilienhäuser. Damit das nicht immerzu grüne Wiesen zerstört, noch mehr Land zersiedelt und noch mehr Autoverkehr von Pendlern produziert, bemüht sich die Stadt, Baulücken innerorts zu schließen. Für Bauwillige wurde 2013 eine spezielle Übersicht angefertigt. Acht Jahre später ziehen die Stadtplaner Bilanz.

Pirna
39.300 Menschen leben in Pirna an der Elbe, jedes Jahr ziehen 100 bis 200 Menschen hinzu. Für Ein- und Zweifamilienhäuser wurden im Stadtgebiet hunderte Lücken ausgemacht. Bildrechte: IMAGO / Shotshop

Mit Hilfe des Baulückenkatasters hat die Stadt Pirna 200 Baulücken im gesamtem Stadtgebiet geschlossen. In dem vor acht Jahren erstellten Verzeichnis hat die Stadt insgesamt 580 Baulücken im Stadtgebiet erfasst, wie Norbert Kaiser vom Projektteam Stadtentwicklung mitteilte. Die Lücken seien überwiegend mit Ein- und Zweifamilienhäusern bebaut worden.

Das Baulückenkataster wurde als Service für Bauwillige erstellt, weil Pirna nicht weiter Flächen für neue Wohngebiete auf der grünen Wiese verbrauchen, sondern schon bebaute Gebiete weiterentwickeln wollte. Zum Ende des Katasterprojekts sagen die Stadtentwickler: Die Fläche, die innerstädtisch bebaut wurde, entspricht der Größe von 13 Fußballfeldern.

Damit haben wir einen wichtigen Beitrag gegen die Zersiedelung und Versiegelung unbebauter Flächen geleistet.

Norbert Kaiser Stadtentwicklung Pirna

2013 hatte ein Student der TU Dresden in seiner Studienarbeit die Baulücken erfasst. Nach Worten der Pirnaer Stadtentwickler ging es dabei um Lücken, die vor dem Ersten Weltkrieg und zu DDR-Zeiten entstanden, um fehlende Eckbebauungen in der Innenstadt, in den Ortsteilen und Randgebieten. Aber auch um große Gärten, Wiesen und Grundstücke, die ungenutzt waren oder statt mit erlaubter Wohnbebauung nur Garagen oder Schuppen aufwiesen. Die Informationen seien im Katasteramt mit vorhandenen Daten zu Info-Paketen als Service für Bauwillige zusammengefasst worden.

Eigentümer auf Bebauungsmöglichkeiten hingewiesen

Parallel dazu erhielten die Grundstückseigentümer Post von der Stadt, die auf die Bebauungsmöglichkeiten für Ein- und Zweifamilienhäuser hinwies. "Sie konnten der Veröffentlichung im Baulückenkataster jederzeit widersprechen", sagte Fachgruppenleiter Steffen Möhrs. 41 Prozent der Angeschriebenen widersprachen auch. Sie gaben laut Möhrs an, eigene Pläne für ihre Grundstücke zu verfolgen, dass beispielsweise Kinder bauen wollten oder sie lieber den großen Garten weiter nutzen möchten. Allerdings habe sich Jahre später gezeigt:

Viele Grundstücke derer, die Widersprüche geschickt hatten, wurden doch mit Einfamilienhäusern bebaut. Da hatten unsere Anschreiben eventuell doch Wirkung.

Steffen Möhrs Leiter der Fachgruppe Stadtentwicklung

Die Bilanz des Baulückenkatasters

  • 580 Baulücken, die für den Bau von Ein- oder Zweifamilienhäusern geeignet wären
  • davon 120 Grundstücke als Reserve, die entweder irrelevant sind oder wegen anderer Probleme vorerst zurückgestellt wurden
  • 540 Anfragen von Bauwilligen zu Lücken an die Eigentümer weitergeleitet
  • 160 Grundstücke wurden mittlerweile bebaut (27 Prozent)
  • 40 Grundstücke werden zeitnah bebaut (sieben Prozent)

Neue Pläne mit Pirnas "Problem-Immobilien"

Trotz der Lückenschlüsse mit Einfamilienhäusern blickt die Stadtverwaltung auch auf Lücken, in die Mehrfamilienhäuser gebaut werden müssten, beispielsweise in der Schloßstraße oder Maxim-Gorki-Straße. "Es gibt Bestandsgebäude, die dringend saniert werden müssten. Das richtet sich an Projektentwickler und Bauherrengemeinschaften", meinte Steffen Möhrs mit Blick auf das alte Krankenhausareal, das Schloß Rottwerndorf oder Einzelimmobilien in der Maxim-Gorki-Straße.

Das Renaissance-Schloß Rottwerndorf in Pirna verfällt.
Das Renaissance-Schloss Rottwerndorf in Pirna gilt als "Problem-Immobilie". Der verwilderte Schlosspark ringsum gehört der Stadt. Bildrechte: dpa

Wie viele Gebäude für Mehrfamilienhaus-Projekte in Frage kommen könnten, sei noch nicht abschließend erfasst worden. Die Stadtentwickler würden dazu ab 2023/24 gern wieder eine Gebäudeübersicht erstellen - wenn es die Haushaltslage erlaubt. Möhrs rechnet mit weniger als 200 Objekten, die in dieser Kataster-Übersicht stehen könnten.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 15. Juni 2021 | 15:30 Uhr

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