Höchstwert 500er-Inzidenz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge - RKI-Zahlen veraltet

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist die 7-Tage-Inzidenz laut RKI über die 500er-Marke geklettert. Nach den Angaben des Landkreises ist das allerdings zum ersten Mal schon am Donnerstag der Fall gewesen. Ein Beispiel dafür, dass die RKI-Angaben dem eigentlichen Infektionsgeschehen um Tage hinterher hinken - die können entscheidend sein.

Symbolbild Corona-Test
Bildrechte: imago images / MiS

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand erreicht. Die 7-Tage-Inzidenz kletterte nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) über die Marke von 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Das RKI gab am Sonntag den Wert für den Landkreis mit 534,6 an.

Nach eigenen Angaben des Landkreises wurde diese 500er-Marke allerdings bereits in der vergangenen Woche drei Mal gerissen, erstmalig am Donnerstag mit einer Inzidenz von 513. Die Zahlen des RKI sind aufgrund der Meldeketten weniger aktuell als die Zahlen der jeweiligen Gesundheitsämter. Der Landkreis selbst weist in seinen Pressemitteilungen zu aktuellen Corona-Fällen auf diesen Unterschied hin.

Aktuelle Regelungen des Bundes, der Länder, Landkreise und Städte orientieren sich an den derzeitigen Infektionszahlen. Ausschlaggebend ist, wie viele Neuinfektionen es innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Sobald Grenzwerte überschritten sind, werden "infektionshemmende Maßnahmen" ergriffen und es gelten wieder strengere Regeln.

Die neueste sächsische Corona-Schutzverordnung verweist hierbei auf Zahlenangaben des RKI. Das heißt: Einschränkungen werden erst ergriffen, wenn das RKI die Schwelle des Inzidenzwertes meldet - für Lockerungen gilt das ebenfalls. Zahlen der jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte belegen jedoch, dass Grenzwerte derzeit häufig deutlich früher überschritten werden als das vom RKI bekanntgegeben wird.

Sachsen mit höchster Inzidenz aller Bundesländer

Im bundesweiten Vergleich gehört die Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit dem RKI-Inzidenzwert am Sonntag zu jenen, in denen die Pandemie derzeit am heftigsten grassiert. Nur im bayerischen Landkreis Regen weist das RKI eine höhere Inzidenz aus. Unter den Bundesländern bleibt Sachsen insgesamt negativer Spitzenreiter: Der Inzidenzwert des Freistaates ist laut RKI knapp über die Marke von 300 geklettert (Stand: Sonntag 0.00 Uhr).

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.12.2020 | 13:00 Uhr in den Nachrichten

1 Kommentar

thuerew1 vor 51 Wochen

Leider die traurige Realität im digitalen Entwicklungsland Deutschland. Auch die täglichen Gesamtzahlen stimmen nicht, da sind oft mehrere Tage alte dabei. Vor ein paar Tagen wurden 23.000 vermeldet, aber nur 14.000 waren es in der Grafik vom Dashboard, der Rest über die vergangene Woche verteilt. Das RKI Dashboard ist seit letzten Donnerstag voll mit neuen Funktionen und damit sehr unübersichtlich.
Aber da die Zahlen eh nicht stimmen, man findet bis zu 50% Abweichungen im Vergleich mit den Zahlen der Landkreise und Städte. Kann man nur hoffen das da sich niemand verzählt hat...

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