Mehr Personal nötig Die Lage im Corona-Hotspot Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist ein bundesweiter Corona-Hotspot. Die Wocheninzidenz stieg laut RKI sprunghaft auf über 560. Das Landratsamt schafft die Kontaktverfolgung mit dem bisherigen Personal nicht mehr, auch Kliniken kommen an ihre Grenzen. So gehen die betroffenen Institutionen mit der Lage um.

Wegen der stark gestiegenen Corona-Zahlen wird im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge das Personal für die Kontaktnachverfolgung deutlich erhöht. Wie das Landratsamt mitteilte, wurde der Verwaltungsstab einberufen, weil derzeit 1.200 offene Corona-Fälle bearbeitet werden müssen. Die Landkreisverwaltung nutze alle Personal- und Sachressourcen.

Aktuell sind drei Rechercheteams an den Standorten Pirna, Dippoldiswalde und Freital für die Kontaktnachverfolgung auch am Wochenende eingesetzt. Zudem wurde ein Spezialisten-Team eingerichtet, um das Infektionsgeschehen in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens sowie der Altenpflege zu erfassen und geeignete Maßnahmen abzustimmen und zu ergreifen. Unterstützt wird das Team von mehr als 100 Verwaltungsmitarbeitern sowie fünf Soldaten der Bundeswehr.

Lage in Helios Klinik wieder angespannt

Im Helios Klinikum Pirna liegen derzeit 41 Patienten mit Covid-19 auf Normalstation und vier Patienten auf der Intensivstation. Das sind weniger Intensivpatienten als vor einem Jahr, aber mehr auf Normalstationen. Das geht aus den täglich veröffentlichten Zahlen des Klinikums hervor. Etwa zwei Drittel der Corona-Patienten sind nach MDR-Informationen ungeimpft.

Corona Oberarzt Christian Riedel
Auf der Corona-Station des Helios Klinikums Pirna sind seit Beginn der Pandemie 1.200 Patienten behandelt und entlassen worden, 233 Patienten starben an oder mit Covid-19. Bildrechte: MDR/privat

Nur noch dringende Operationen

Um die Kapazitäten nicht zu überlasten, würden planbare Operationen verschoben, teilte das Klinik-Unternehmen auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Aus medizinischer Sicht notwendige Eingriffe würden aber weiter vorgenommen. Sollte die Klinik an ihre räumlichen oder personellen Kapazitätsgrenzen zur Behandlung von an Covid-19 erkrankten Patienten gelangen, sei es möglich, Patientinnen und Patienten innerhalb des regionalen und überregionalen Klinik-Netzwerkes zu verlegen, hieß es.

Zunächst kein Besucherstopp in Klinikum Pirna

Einen Besucherstopp, wie in einigen anderen sächsischen Kliniken, gibt es an dem Klinikum noch nicht. Die Klinikleitung teilte lediglich mit, in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt würden die Vorsichtsmaßnahmen in einigen sensiblen Bereichen verschärft. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist bundesweit ein Corona-Hotspot. Nach Angaben des Robert Koch-Institutes stieg die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen je 100.000 Einwohner am Donnerstag sprunghaft auf 560,6, am Vortag hatte die Wocheninzidenz bei 445 gelegen.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 04. November 2021 | 14:00 Uhr

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