Eisenbahngroßprojekt Erprobungsbohrungen für Erzgebirgstunnel dauern an

Wo ein moderner Tunnel gebaut wird, muss horizontal gebohrt werden. Für den Erzgebirgstunnel bohrt die Deutsche Bahn aber derzeit noch in die Tiefe. Es geht um die Untersuchung des Gesteins, durch das Eisenbahntunnel für die Schnellfahrstrecke Dresden - Prag getrieben werden soll. Der eigentliche Baubeginn wird noch Jahre dauern.

Bohrkernlager Pirna
Hunderte Meter Bohrkerne liegen in Pirna und müssen von Bausachverständigen ausgewertet werden. Bildrechte: DB AG/Beck

Im Seidewitztal und im Gottleubatal im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge beginnen in Kürze Probebohrungen für die Schnellbahntrasse Dresden-Prag. Die Deutsche Bahn setzt damit Planung für den bis zu 30 Kilometer langen Erzgebirgstunnels fort, sagte der Bahnsprecher für Großprojekte, Thomas Wedel, auf Anfrage von MDR SACHSEN. Allerdings wird noch vertikal in die Tiefe gebohrt und nicht horizontal für die Tunnelröhren. Noch geht es um die Untersuchung des Baugrundes.

Bohrungen bis 400 Meter tief

Bei dieser Untersuchung werden Bohrkerne aus dem Gebirge entnommen. Gebohrt wird bis 400 Meter tief. Erst danach kann die Bahn den konkreten Streckenverlauf planen. Laut Wedel dauert auch die Prüfung der Anbindung von Heidenau noch an. Es werden verschiedene Tunnelvarianten geprüft.

Pechhütte
An der Pechhütte unweit des Heidenauer Bahnhofs soll ein Info-Zentrum zum Tunnelbau eingerichtet werden. Bildrechte: DB AG/Daberkow

Sollte ein sogenannter Teiltunnel gebaut werden, wäre ein Überholbahnhof im Ortsteil Goes der Gemeinde Dohma nötig. Es werde der "Mehrwert für Mensch und Umwelt" geprüft - eine Entscheidung sei voraussichtlich 2024 realistisch, so die Bahn Ende vergangenen Jahres. Ein sogenannter Volltunnel würde von Heidenau bis Tschechien 30 Kilometern lang sein, ein 26 Kilometer langer Teiltunnel würde erst ab Pirna durch das Osterzgebirge geführt.

MDR (lam/Andreas Schrock)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus Dresden | 07. Februar 2022 | 17:30 Uhr

1 Kommentar

wer auch immer vor 20 Wochen

Wichtig schon jetzt die Kosten lieber hoch genug ansetzen ( siehe Elphi / Stutgart21 usw. ) als dann aus allen Wolken zu fallen.

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