Nachwuchssuche Stadt Dohna will mit Schulprojekt Feuer für Feuerwehr entfachen

Früher haben Freiwillige Feuerwehren ihren Nachwuchs über die Arbeitsgemeinschaften Junger Brandschutzhelfer rekrutiert. Inzwischen ist die Sache schwieriger. Wer nicht in einer echten Feuerwehrfamilie groß wird, findet oft keinen Zugang zur Feuerwehr. In der Stadt Dohna hat man einen pragmatischen Lösungsansatz für das Nachwuchsproblem: In der Oberschule können sich Mädchen und Jungen zur Truppfrau beziehungsweise zum Truppmann ausbilden lassen. Der erste Jahrgang hat seine Zertifikate erhalten.

Schulfeuerwehr
Die Schülerin, ihre Mitschüler und die Ausbilder von der Feuerwehr sind stolz über das gelungene Pilotprojekt an der Oberschule Dohna. Bildrechte: Stadt Dohna

Es ist ein Pilotprojekt: In Dohna bei Pirna gibt es in der 10. Klasse an der Oberschule das Wahlfach Truppmann/Truppfrau. Bürgermeister Ralf Müller und die Freiwillige Feuerwehr der Kleinstadt im Müglitztal hatten die Idee dazu, um Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen. Zuvor gelang es ihnen, auch die Schulleitung zu überzeugen.

Vier Jungen und ein Mädchen haben das gesamte Schuljahr durchgehalten, sich erst durch Theorie gequält und dann an der Technik ausprobiert. Nun haben sie ein Zertifikat in der Tasche, mit dem sie bei der Feuerwehr anheuern können. Es bescheinigt ihnen eine Art Grundausbildung und jede Menge Verständnis für die vielfältigen Aufgaben einer Feuerwehr.

70 Unterrichtseinheiten von Theorie bis Seilkunde

Nach etwa 70 Unterrichtseinheiten kennen die jungen Leute alle Fahrzeuge, wissen, wie tragbare Leitern zu verwenden sind und haben eine Ausbildung als Ersthelfer, sagt Hauptbrandmeister Marius Scholz von der Hauptfeuerwache Pirna. Er hat die Schüler mit angelernt und für die Feuerwehr begeistert.

Finanziert wurde das Projekt vor allem aus Eigenmitteln der Stadt Dohna, darin enthalten ist beispielsweise auch die Feuerwehrkleidung. In der 10. Klasse hätten die Schüler noch Zeit, sagt Bürgermeister Ralf Müller. Später in der Lehrausbildung sei das schwieriger.

Zwei Lehrgangsabsolventen zieht es in soziale Berufsfelder

Die Schulabgänger Lukas und Mirko - beide 17 Jahre alt - waren zuvor schon in der Jugendfeuerwehr und haben sich für das neue Wahlfach entschieden. Beide Jugendliche liebäugeln zumindest damit, später einmal Feuerwehrmann zu werden und sich im sozialen Bereich zu engagieren. Das Pilotprojekt an der Schule soll unterdessen auch im kommenden Schuljahr angeboten werden. Zudem ist für interessierte junge Leute weiterhin ein Einstieg bei den Jugendfeuerwehren in Dohna und Borthen-Röhrsdorf möglich.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus Dresden | 14. Juli 2021 | 16:30 Uhr

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